Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2014/32: Änderung des Obligationenrechts (Aktienrecht) · 50 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 22Fedlex · Ergebnisbericht
stehen, und es sei zu bedenken, dass viele Gesellschaften ihre Statuten erst kürzlich an die Bestimmungen der VegüV angepasst hätten. Eine erneute Pflicht zur Statutenänderung wäre kostspielig und nicht zumutbar.
Eine Teilnehmerin fordert hinsichtlich der Umsetzung von Artikel 95 Absatz 3 BV ein Optingout für Gesellschaften, die nur im Ausland börsenkotiert sind und ihren Sitz in die Schweiz verlegen.203
4.4.2 Verbot der prospektiven Abstimmung über die variablen Vergütungen
Deutlich abgelehnt wird das Verbot der prospektiven Abstimmung über die variablen Vergütungen.204 Die gewichtigsten Argumente, die gegen Artikel 735 Absatz 3 Ziffer 4 vorgebracht werden, sind die folgenden:
Die entsprechende Norm gehe über Artikel 95 Absatz 3 BV hinaus.
Die Aktionärsfreiheit werde unnötig eingeschränkt. Es sollte ein möglichst grosses Mass an Flexibilität gewahrt bleiben. Es müsse individuell über Vor- und Nachteile der individuellen Abstimmungsmechanismen entschieden werden können.
Ein entsprechendes Verbot bedürfe bei vielen Gesellschaften einer erneuten Anpassung der Statuten, was nicht zumutbar sei. Das Modell der prospektiven Abstimmung über die variablen Vergütungen habe sich als „Best Practice“ erwiesen, und es würde dem Gedanken der Rechtssicherheit zuwiderlaufen, wenn nun ein entsprechendes Verbot eingeführt würde.
Das fundamentale Prinzip „keine Arbeit ohne Lohn“ werde missachtet.
Bei einer retrospektiven Abstimmung über variable Vergütungen könnten sich Koordinationsprobleme ergeben zwischen der Genehmigung der Jahresrechnung und der retrospektiven Abstimmung.
Das Verbot der prospektiven Abstimmung über die variablen Vergütungen führe zu grosser Planungsunsicherheit und zu einem Wettbewerbsnachteil für die Schweizer Unternehmen bei der Rekrutierung geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten auf dem globalen Arbeitsmarkt.
Verschiedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen die Konsultativabstimmung über den Vergütungsbericht als Alternative zum Verbot der prospektiven Abstimmung.205 Der retrospektiven Komponente würde auf diese Weise genügend Rechnung getragen.
Nur wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüssen das Verbot der prospektiven Abstimmung über die variablen Vergütungen explizit.206
4.4.3 Ausdehnung der individuellen Offenlegung auf die Vergütungen der Mitglieder der Geschäftsleitung
Ebenfalls deutlich abgelehnt wird die Ausdehnung der Offenlegung der individuellen Vergütungen auf die Stufe der Geschäftsleitung (Art. 734a Abs. 3 Ziff. 2).207
Vorgebracht werden insbesondere die folgenden Argumente:
hals, S. 2; Lenz&Staehelin, S. 6; Nestlé, S. 2 f.; SIX, S. 2; SO HK, S. 7; SVP, S. 1; SwissHoldings, S. 4; SWIPRA, S. 1; Swiss Re, S. 1; UBS, S. 1 f.; Zurich, S. 2.
203 Amcham, S. 1 ff.
204 GR, S. 11; NW, S. 4; SH, S. 2; CVP, S. 3; FDP, S. 2; Economiesuisse, S. 5; SBV, S. 2; SGV, S. 9; UniL, S. 16; Uni NE, S. 36; Unis SG, S. 4 und S. 23; Uni ZH, S. 14 f.; CP, S. 6; FDER, S. 8; IHZ, S. 15; SAV, S. 6 und S. 14; Scienceindustries, S. 5; SO HK, S. 7; SwissHoldings, S. 5; Swissmem, S. 6; Treuhand-Kammer, S. 7; VSKB, S. 11; ZH HK, S. 8; BärKarrer, S. 48; Böckli, S. 6; CFA, S. 2; Clariant, S. 2; CS, S. 4 Anhang; Flughafen Zürich, S. 3; Homburger, S. 89 f.; Kellerhals, S. 2; Lenz&Staehelin, S. 6; Nestlé, S. 3; Roche, S. 5; SchellenbergWittmer, S. 10; Vischer Rechtsanwälte, S. 14; SWIPRA, S. 7; VERAISON, S. 3; Walderwyss, S. 46; zRating, S. 7; Zurich, S. 3.
205 SBV, S. 8; Scienceindustries, S. 6; CFA, S. 2; Kuster, S. 28; Lenz&Staehelin, S. 7; SWIPRA, S. 8; zRating, S. 7.
206 SP, S. 9; Travail.Suisse, S. 4 ; Actares, S. 7 ; Ethos, S. 1 und S. 5; Kuster, S. 28 ; zCapital, S. 1.
207 NW, S. 4; CVP, S. 3; SVP, S. 4; Economiesuisse, S. 13; SBV, S. 2 und S. 8; Uni NE, S. 33; CP, S. 6; IHZ, S. 15; SwissHoldings, S. 14; Swissmem, S. 5; Swiss Textiles, S. 4; Treuhand-Kammer, S. 7; ZH HK, S. 7; BärKarrer, S. 48; Clariant, S. 6; CS, S. 7 Anhang; Flughafen Zürich, S. 3; Nestlé, S. 4; SWIPRA, S. 5; Swiss Re, S. 4; UBS, S. 8; Vischer Rechtsanwälte, S. 14; VSKB, S. 10; Walderwyss, S. 44; Zurich, S. 5.