Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/60: Strategie Stromnetze · 85 Seiten
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jeweiligen regionalen Verteilnetzbetreibern müssen auf ein solch verbessertes Zusammenspiel ausgerichtet sein.
Die Erfüllung der zukünftigen Aufgaben der Stromnetze und die damit verbundenen Zielsetzungen stehen oft miteinander im Konflikt. So bedeutet eine erhöhte Netzstabilität eine mögliche Einschränkungen der Marktakteure. Zusätzliche Import- und Exportkapazitäten für den Handel und der damit einhergehende Nutzen für die Versorgungssicherheit und die Volkswirtschaft bedeuten gleichzeitig höhere Kosten für den Netzausbau. Zudem müssen beim Um- und Ausbau der Stromnetzinfrastruktur die Auswirkungen auf Mensch, Raum und Umwelt berücksichtigt werden. Aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeiten ist nicht in jedem der genannten Bereiche die maximale Zielerreichung möglich. Die verschiedenen Zielsetzungen müssen gewichtet werden um einen bestmöglichen Ausgleich unter Berücksichtigung des Gesamtinteresses zu erreichen (Interessenabwägung).
Eine weitere Herausforderung ist, dass der Ausbau der Stromnetze bisher insbesondere auf der Ebene der Übertragungsnetze nur schleppend voran kommt. Gründe dafür sind unter anderem das teilweise fehlende Verständnis bezüglich der zentralen Funktion der Stromnetze für eine sichere Stromversorgung, ungenügende Transparenz des Netzentwicklungsprozesses, diverse Interessenkonflikte und eine mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz von Netzinfrastrukturprojekten.
Handlungsbedarf
Für die zukünftige Stromversorgung in der Schweiz bestehen im Bereich der Netze gewisse Risiken. Die bestehende hohe Belastung des Übertragungsnetzes führt bereits heute zu Produktionseinschränkungen in der Schweiz. Die Übertragungskapazitäten an den Grenzen sind ausgereizt und der Handel wird dadurch erschwert. Die stark zunehmende dezentrale Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien (v.a. in Deutschland und Italien) ist mit erheblichen Produktionsschwankungen verbunden, die unter anderem durch Schweizer Kraftwerke ausgeglichen werden können. Will die Schweiz eine zunehmende Menge an dezentraler, fluktuierender Produktion in das hiesige Stromversorgungssystem integrieren und gleichzeitig von den durch veränderte Lastflüsse aus den in den Anrainerstaaten eingespiesenen erneuerbaren Energien sowie dem Stromaustausch im europäischen Binnenmarkt profitieren, so muss ihr Stromnetz dementsprechend um- und ausgebaut werden. Nur so kann die schweizerische Stromnetzinfrastruktur die heute bereits hohe Versorgungssicherheit weiterhin gewährleisten und gleichzeitig die grossen Herausforderungen der Zukunft bewältigen.
Im schweizerischen Stromnetz besteht deshalb ein erheblicher Investitionsbedarf. Insbesondere sind Erneuerungsmassnahmen aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Übertragungsnetzes unumgänglich. Ausserdem sind ein Ausbau des Netzes zur Beseitigung von regionalen Kapazitätsengpässen und Netzerweiterungen zwecks Anschluss von neuen, grossen Produktionsanlagen angezeigt. Hierbei ist eine umsichtige Vorgehensweise mit Rücksicht auf Raum und den Landschaftsschutz geboten.