Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/60: Strategie Stromnetze · 85 Seiten
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Mit dem Anschluss an das europäische Verbundsystem wird insbesondere dem saisonalen Stromaustausch mit dem Ausland (z.B. Importmöglichkeiten im Winter zur Gewährleistung der Versorgung) sowie der Integration erneuerbarer Energien in Europa und der Schweiz (z.B. Beitrag der Schweizer Pumpspeicherkraftwerke) Rechnung getragen. Im Falle von grossen Kraftwerksausfällen ist die Schweiz ausserdem, wie jedes andere europäische Land, auf die automatische Frequenzstützung durch europäische Kraftwerke angewiesen.
Durch die grenzüberschreitenden Leitungen wird die Stabilität der inländischen Netze gestützt. Desweiteren ist eine enge internationale Anbindung für die Schweiz auch aus volkswirtschaftlicher Sicht relevant, da über den internationalen Stromaustausch langfristig eine hohe Wertschöpfung durch die Schweizer Stromwirtschaft mit ihrem flexiblen Kraftwerkspark erzielt werden kann. Aktuell ist die Wirtschaftlichkeit des Stromaustausches der Schweiz mit dem Ausland aufgrund der tiefen Stromhandelspreise und der reduzierten Differenz der Spitzen- und Schwachlast-Preise unter Druck.
Die grenzüberschreitende Entwicklung des Stromnetzes muss auf europäischer Ebene abgestimmt werden. In der Ausarbeitung des Szenariorahmens hat die nationale Netzgesellschaft (Swissgrid) die internationalen Rahmenbedingungen einzubringen. Die Netzplanung und die Mehrjahrespläne der Swissgrid reflektieren denn auch die international abgestimmte Planung (vgl. Ziff. 1.2.3.1 und 1.2.3.2).
Wichtige Infrastrukturprojekte, die mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten betreffen und wirtschaftlich, sozial und ökologisch tragfähig sind, können von der Europäischen Union als PCI eingestuft werden. Sie erhalten dadurch eine höhere Priorität bei der Umsetzung und gegebenenfalls finanzielle Unterstützung (vgl. Ziff. 1.2.3.3). Eine internationale Anbindung und Koordination ist hinsichtlich der geographischen Lage der Schweiz daher wichtig. Heute hat die nationale Netzgesellschaft im Rahmen des ENTSO-E die Möglichkeit, sich in die Bestimmung von PCI-Vorhaben einzubringen. Eine Anpassung der Aufgaben der nationalen Netzgesellschaft ist diesbezüglich nicht notwendig.
Die Leitlinie wird in Artikel 20 Absatz 2 Buchstabe d - f (neu) StromVG verankert (für Details zu den Änderungen vgl. Ziff. 2.2).
3. Electricity Highways / Supergrid
Die nationale Netzgesellschaft stellt, mit Unterstützung durch den Bund, sicher, dass die Interessen der Schweiz in die konzeptionellen Überlegungen und Planung für die paneuropäischen Electricity Highways (Supergrid) eingebracht werden, um langfristig eine möglichst effiziente Anbindung an das europäische Verbundnetz zu gewährleisten.
Das Supergrid ist ein transeuropäisches Hochleistungsstromnetz, welches einen effizienten Stromtransport über grosse Distanzen ermöglichen soll. Es ist sind Überlegungen im Gange, dass zukünftig ein solches sehr leistungsstarkes und den heutigen Übertragungsnetzen übergeordnetes Netz entstehen wird. Sowohl für die Ausbauplanung als auch für den Betrieb eines Supergrid ist eine koordinierte Zusammenarbeit aller involvierten Akteure unumgänglich. Für die Planung muss eine gesamteuropäische Optimierung der neu zu erstellenden Transportkapazitäten