Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2015/25: Weiterentwicklung der Invalidenversicherung (IV) · 164 Seiten
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kantonalen Einrichtungen zur Unterstützung bei der Berufsbildung ein niederschwelliges Instrument zur raschen, kohärenten Identifizierung und Betreuung. Auch hält es die Stigmatisierungsgefahr gering.
Die Ausweitung der Integrationsmassnahmen (vgl. Ziff. 1.2.2.1) und ihre zeitliche Flexibilisierung (vgl. Ziff. 1.2.3.3) steigert die Chancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, erfolgreich eine erstmalige berufliche Ausbildung zu absolvieren und trägt zur beruflichen Integration während ihres gesamten Erwerbslebens bei. Voraussichtlich werden so jährlich 150 junge Versicherte zusätzlich eine Integrationsmassnahme beziehen.
Mitfinanzierung kantonaler Brückenangebote zur Vorbereitung auf erstmalige berufliche Ausbildungen
Die Brückenangebote (vgl. Ziff. 1.2.2.2), die die IV neu mitfinanzieren würde, sollen in der Regel ein Jahr dauern. Solche Vorbereitungsjahre sind voraussichtlich für einen Viertel der 2800 Jugendlichen, die pro Kalenderjahr eine EbA beginnen,
d. h. für 700 Personen, angezeigt.
Mitfinanzierung des Case Management Berufsbildung auf Kantonsebene
Jedes Jahr schliessen durchschnittlich zwischen 2000 und 2500 Jugendliche mit komplexen Problemen die obligatorische Schule ab, für die das CM BB in Frage kommt. Die finanzielle Unterstützung der IV (vgl. Ziff. 1.2.2.3) wird einen entscheidenden Beitrag zur Weiterführung des CM BB in den Kantonen leisten. Dass das CM BB das spezifische Fachwissen der IV nutzen kann, hat folgende Auswirkungen auf die Jugendlichen:
- frühzeitige Identifizierung möglicher Gesundheitsprobleme und angemessene, umsetzbare Lösungen (im Rahmen der IV oder von Regelstrukturen, sofern der entsprechende gesetzliche Anspruch besteht)
- bessere Chancen auf einen erfolgreichen Übergang zur Berufsbildung und – indirekt – zum Arbeitsmarkt
Ausrichtung der erstmaligen beruflichen Ausbildung auf den ersten Arbeitsmarkt
Pro Kalenderjahr beginnen rund 2800 Jugendliche eine EbA nach Artikel 16 IVG. Davon leidet rund die Hälfte an einem psychischen Gebrechen. Mittels verstärkter Unterstützung sollten rund 1400 Jugendliche ihre EbA im ersten Arbeitsmarkt abschliessen können. EbA dauern durchschnittlich zwei Jahre.
Die Ausrichtung der EbA auf den ersten Arbeitsmarkt (vgl. Ziff. 1.2.2.4) soll die Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ausbildungen und Anstellungen im ersten Arbeitsmarkts fördern.
Gleichbehandlung beim Taggeld mit gesunden Personen in Ausbildung und Verbesserung der Ausbildungschancen
Mit der vorgeschlagenen Änderung beim Taggeld (vgl. Ziff. 1.2.2.5) werden Versicherte in einer EbA weitgehend ihren Gleichaltrigen ohne gesundheitliche Probleme gleichgestellt: Sie erhalten bereits ab Beginn der Ausbildung ein Taggeld der IV. Ihre Aussicht auf einen Ausbildungsplatz im ersten Arbeitsmarkt wird durch die finanziellen Anreize für Ausbildungsbetriebe, denen die IV die Entschädigung für Lernende kompensiert, erhöht. Ab Beginn der Ausbildung erhalten sie eine finanzielle Entschädigung in Höhe vergleichbarer Ausbildungslöhne. Diese wird tiefer als das aktuelle Taggeld ausfallen.