Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2016/37: Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) · 53 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 23Fedlex · Ergebnisbericht
ein Bestand etabliert hat. Dies sei bei verwilderten Haus- und Nutztieren jedoch
unerwünscht. Gruppe Wolf Schweiz beantragt, den Begriff «reguliert» durch «erlegt» zu ersetzen. Die KWL und fünf Kantone (AR, BL, BS, GL, SZ) beantragen zudem, den einleitenden Satz dahingehend zu ergänzen, dass bei nicht einheimischen Tierarten wie dem Mufflon, dem Sikahirsch oder der Rostgans sowie bei den verwilderten Haus- und Nutztieren die gleichen Tierschutzbestimmungen gelten wie bei den einheimischen Arten. Der Kanton VD schliesslich weist darauf hin, dass « il n’apparaît donc pas très clairement si ces animaux peuvent
finalement être chassés par des personnes au bénéfice d’une autorisation de chasse ou s’il s’agit d’une régulation effectuée par les agents de l’Etat ou par ceux que l’Etat aura désignés comme habilités à pratiquer cette régulation. Dies gelte es zu präzisieren ».
TIR, Wildtierschutz Schweiz und JagdSchweiz lehnen die Regelung in dieser Form ab. TIR
fordert, die Neuregelung aus tierschutzrechtlichen Gründen aufzuheben (siehe Antrag von TIR zu Art. 5 Abs. 1 Bst. c) Wildtierschutz Schweiz und JagdSchweiz fordern, dass im Sinne eines minimalen Tierschutzes die Schonzeit für alle Tiere, auch gebietsfremde Tierarten,
gelten muss (Wildtierschutz Schweiz, JagdSchweiz).
a. nicht-einheimische Tierarten
Der Regelung wird mehrheitlich zugestimmt.
Sechs Kantone (AG, FR, GR, SG, TI, ZG) sowie mehrere Organisationen stimmen der Regelung
zu (Universität Bern, fauna.vs, Akademien der Wissenschaften, Aqua Nostra, RJSo, SBV, SSZV, SZZV, SBS-BNP, Swiss Beef, BFSZV und SGPV-FSPC). Einige davon finden, dass sie noch weiter gehen dürfte. So beantragen die Universität Bern und fauna.vs « Il faudrait même aller plus loin et essayer d’éradiquer ces populations d’animaux qui n’ont rien à faire dans nos régions (ce qui est p.ex. le cas du mouflon et du daim) » Der Kanton TI beantragt, dass die Kantone dazu verpflichtet werden sollten, solche Tiere so früh wie möglich aus dem natürlichen Lebensraum zu entfernen, um eine Fortpflanzung, Ausbreitung (z.B. Damhirsch, Mufflon)
oder gar Kreuzung mit einheimischen Arten (z.B. Sikahirsch mit dem einheimischen
Rothirsch) vorzubeugen (vergleiche Art. 8bisAbs. 5 JSV). Die Akademien der Wissenschaften beantragen in Übereinstimmung mit der Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten (BAFU 2016) den Begriff «nicht-einheimisch» durch «gebietsfremd» zu ersetzen. Damit wäre klar definiert, dass es sich um Arten handelt, «die durch menschliche Tätigkeiten in Lebensräume ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes eingebracht werden,…». Der Kanton GR und einige Organisationen gehen explizit davon aus, dass der Goldschakal den nicht einheimischen Tierarten zugeordnet wird (GR, SBV, SSZV, SZZV, SBS-BNP, Swiss Beef und BFSZV).
Der Kanton SH gibt zu bedenken, dass die Aufhebung der Schonzeit nicht dazu führen darf,
dass der Druck auf die Kantone zur Reduzierung dieser nicht-einheimischen Tierarten
ansteigt.
Die KOLAS beantragt, das Verbandsbeschwerderecht für diesen Artikel auszunehmen.
b. Verwilderte Haus- und Nutztiere
Der Regelung wird mehrheitlich zugestimmt.
Die KWL, neun Kantone (AG, FR, GR, SG, AR, GL, SZ, TG, TI) stimmen der Regelung im
Grundsatz zu (Aqua Nostra, JagdSchweiz, RJSo, SBV, SGPV-FSPC, Swiss Beef, kompanima). Die KWL, drei Kantone (AR, GL, SZ) und kompanima beantragen jedoch zusätzlich in der
Jagdverordnung den Begriff «Verwilderung» zu präzisieren. Ungerechtfertigte Abschüsse könnten so eher vermieden werden. Kompanima weist darauf hin, dass die Jäger
insbesondere wenn es sich um den Abschuss von Katzen handelt regelmässig ins Schussfeld
23/53 18.81/2002-02774/31/03/13/N091-1288