Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2016/47: Änderung des Bundesgesetzes über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften (Sprachengesetz, SpG) · 16 Seiten

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4.3 Positionen der Wirtschaftsverbände

Zahlreiche Wirtschaftsverbände unterstreichen die grosse Bedeutung der Frage des Fremdsprachenunterrichts: Folgende Punkte werden vorgebracht:

- Für die Wirtschaftsverbände steht die Sicherung der Mobilität der Bevölkerung im Vordergrund.

Die Mobilität sei für den Bildungs- und Wirtschaftsplatz Schweiz von grosser Bedeutung: Hindernisse für die Mobilität der Bevölkerung sollten grundsätzlich abgebaut, die Durchlässigkeit und Qualität des Bildungsraumes garantiert werden.

hotellerie, SAV, sbv, sgv, SGB, TVS

- Neben der Mobilität sind für die Wirtschaftsverbände auch die Sprachkompetenzen von grosser

Bedeutung. Schweizer Bauernbetriebe und viele KMU seien in einem nationalen Binnenmarkt tätig, der sich nicht auf eine Sprachregion beschränke. Der Waren- und Dienstleistungsverkehr in den verschiedenen Branchen umfasse alle Sprachregionen, Arbeitnehmer aus verschiedenen Sprachregionen arbeiteten in vielen Branchen zusammen. Die Mehrsprachigkeit der Schweiz stelle für die Wirtschaft einen eindeutigen Vorteil dar. Gute Sprachkompetenzen seien unentbehrlich für das Berufsleben im Allgemeinen sowie für den Einstieg ins Berufsleben und die berufliche Integration im Speziellen. Das Beherrschen mindestens einer zweiten Landessprache und des Englischen seien für die Wirtschaft deshalb unerlässlich.

hotellerie, SAV, sbv

- Verschiedene Wirtschaftsverbände weisen darauf hin, dass zwei Drittel aller Jugendlichen eines

Jahrgangs nach Abschluss der obligatorischen Schule eine berufliche Grundbildung in einem Unternehmen absolvieren. Diese Ausbildungen finden nicht immer im selben Kanton statt, wo die Volksschule besucht wurde. Häufig würden Lernende aus verschiedenen Kantonen zusammen unterrichtet. Für den Erfolg der beruflichen Grundbildung sei es von grosser Bedeutung, dass die Lernen beim Verlassen der obligatorischen Schule möglichst ähnliche Kompetenzen besitzen. Unterschiedliche Kompetenzen würden einen beträchtlichen Mehraufwand erfordern, um gemeinsame Lernfortschritte zu ermöglichen.

hotellereie, SAV, sgv

- hotellerie, SGB und TVS sind der Ansicht, eine Intervention des Bundes rechtfertigte sich, weil es

den Kantonen nicht gelungen sei, die gemeinsam beschlossene Sprachenstrategie auch gemeinsam durchzusetzen. SAV und sgv wollen den Kantonen vor einer Intervention des Bundes nochmals eine Möglichkeit geben, die beschlossene Harmonisierung durchzusetzen.

Die beiden Wirtschaftsverbände economiesuisse und CP stehen der vorgeschlagenen Revision des Sprachengesetzes kritisch gegenüber:

- Economiesuisse anerkennt zwar, dass es grundsätzlich wichtig wäre, dass die Fremdsprachen-

konzepte in einer Sprachregion einheitlich sind, um keine Mobilitätshemmnisse für Familien zwischen den Kantonen zu schaffen. Für die Wirtschaft seien gute Kenntnisse in einer zweiten Landessprache und in Englisch von grosser Bedeutung. Dennoch müsse die Kompetenz zur Wahl der Fremdsprachen bei den Kantonen bleiben. Aus staatspolitischen Gründen ist economiesuisse darum der Überzeugung, dass in dieser Angelegenheit nicht der Bund, sondern die Kantone in der Verantwortung stehen. Es bestehe keine Notwendigkeit für einen Eingriff auf Bundesebene, weshalb alle drei Varianten abzulehnen seien.

- CP vertritt ebenfalls die Ansicht, dass der Föderalismus zu wahren und deshalb der Schulbereich

der kantonalen Hoheit zu überlassen sei. Die Kantone sollten die Freiheit haben, das Schulmodell zu wählen, das ihnen gemäss eigener Einschätzung am besten entspricht. Gemäss dem CP könnte diese Wahlfreiheit auch bedeuten, dass sich ein Kanton gegen die Harmonisierung entscheiden dürfte, falls er dies als angezeigt erachten würde. Sich auf das Subsidiaritätsprinzip berufend spricht sich das CP für Variante 3 aus, welche dieses am wenigsten einschränkt.

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