Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/92: Beiträge des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele «Sion 2026» · 51 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 15Fedlex · Erläuternder Bericht

entspricht. Es setzt auf die Nutzung der bestehenden Infrastrukturen, sowohl in Bezug auf die Sportanlagen wie auch in den Bereichen Transport und Unterkünfte. Das Zentrum der Kandidatur bildet die Host City Sion. Mit der dezentralen Durchführung der Wettkämpfe und der Unterbringung der Sportlerinnen und Sportlern sowie deren Begleitpersonen in der Nähe der Sportstätten schafft das Konzept gute Voraussetzungen für nachhaltige und kostenbewusste Spiele.

Bei der Durchführung der Winterspiele 2026 soll nicht nur der sportliche Wettkampf im Zentrum stehen. Das Konzept „Sion 2026“ soll auf die langfristigen Entwicklungsstrategien der Schweiz ausgerichtet werden. Neben einer aus ökonomischer und ökologischer Sicht vorbildlichen Organisation und Durchführung der Spiele soll ein hoher gesellschaftlicher Nutzen für die Schweiz und die betreffende Region erzielt werden.

3.3 Vermächtnis des Projekts „Sion 2026“

3.3.1 Die Winterspiele als Zukunftsprojekt

Die Schweiz steht wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen mit unterschiedlichen Ausprägungen in städtischen und ländlichen Gebieten gegenüber. Ländliche Regionen in der Schweiz, insbesondere das Berggebiet, sind zum Teil existenziell von einer rückläufigen wirtschaftlichen Entwicklung betroffen. Vor allem jene Gebiete bekunden Schwierigkeiten, in denen der durch einen starken Strukturwandel geforderte alpine und ländliche Tourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig ist. Die wirtschaftlichen Probleme verstärken die Entvölkerung der Talschaften, die Innovationsfähigkeit nimmt weiter ab.

Demgegenüber stehen Städte und Agglomerationen anderen Herausforderungen gegenüber, wie beispielsweise einer zunehmenden Bevölkerungsdichte oder grossen Pendlerströmen. Damit verbunden ist eine starke Belastung der Verkehrsinfrastruktur – Strassen und öffentliche Verkehrsmittel – und als Folge eine Verschärfung der verkehrsbedingten Probleme wie Lärm und Umweltverschmutzung.

Die demographische Entwicklung und die zunehmende Digitalisierung beschleunigen und verstärken die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen zusätzlich. Für eine zukunftsorientierte Entwicklung sind substanzielle Impulse notwendig, die in verschiedenen Bereichen nachhaltige Fortschritte ermöglichen.

Bewirbt sich die Schweiz mit dem Konzept „Sion 2026“ um die Austragung der Winterspiele 2026, geht es einerseits darum, einen der weltweit grössten Sportanlässe in vorbildlicher Weise durchzuführen. Andererseits muss die Organisation und Durchführung des Anlasses für das Zusammenleben in den Durchführungsregionen und in der ganzen Schweiz einen wesentlichen Fortschrittsgewinn bezüglich Nachhaltigkeit und Innovation bringen. Die Winterspiele „Sion 2026“ sollen einen bleibenden Wert für die Standort- und Lebensqualität leisten.

Die Winterspiele sollen mit ihrer Ausstrahlungskraft zu einer Erhöhung der Investitionsbereitschaft führen und als Generationenprojekt die Verbundenheit der Schweizer Bevölkerung stärken. Die Durchführung sorgfältig auf die Schweiz und die Austragungsregionen abgestimmter, nachhaltiger Winterspiele kann so Treiber für die notwendigen Entwicklungen sein, die es zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen braucht.