Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/85: Botschaft zur Reform der beruflichen Vorsorge · 51 Seiten

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Grafik 1-1

Rendite 10-jähriger Schweizer Bundesobligationen 1990-2019, in Prozent

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1990 1994 1998 2002 2006 2010 20142019

Quelle: Datenportal der Schweizerischen Nationalbank

Wegen des anhaltend tiefen Zinsniveaus mussten die Vorsorgeeinrichtungen ihre Bewertungszinssätze senken, was einerseits ihren Kapitalbedarf zur Deckung der Rentenverpflichtungen erhöht und sie andererseits gezwungen hat, in der überobligatorischen und umhüllenden Vorsorge die Umwandlungssätze für neue Renten zu senken oder in der überobligatorischen Vorsorge nur noch den Kapitalbezug anzubieten. Gleichzeitig gingen die tiefen bzw. sinkenden Zinsen mit Bewertungsgewinnen auf Aktien und Obligationen sowie steigenden Immobilienpreisen einher. Somit konnten die Vorsorgeeinrichtungen seit der Finanzkrise 2008 im Durchschnitt eine Kapitalrendite von über 4,5 Prozent pro Jahr erzielen, was sich, zusammen mit den erwähnten leistungsseitigen Massnahmen im Überobligatorium (Senkung der Umwandlungssätze und Einschränkung der Rentenoption), positiv auf ihre finanzielle Lage auswirkt: Diese hat sich seit dem Einbruch 2008 verbessert und liegt wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Finanzkrise. Das extrem tiefe Zinsniveau drückt aber die Renditeerwartungen für die kommenden Jahre nach unten. Der damit verbundene Handlungsbedarf wird im nächsten Kapitel erörtert.

1.6 Finanzielle Perspektiven

1.6.1 Vermögensertragsaussichten

Die finanzielle Situation der im Kapitaldeckungsverfahren finanzierten beruflichen Vorsorge hängt im Wesentlichen davon ab, inwiefern die an den Finanzmärkten erzielte Rendite der notwendigen Rendite entspricht. Die notwendige Rendite ergibt sich insbesondere aus dem Mindestzinssatz, der den aktiven Versicherten gutgeschrie-