Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2020/10: Änderung des Strafgesetzbuches und des Jugendstrafgesetzes (Massnahmenpaket Sanktionenvollzug) · 46 Seiten
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nahme umfassen.22 Der Regelungsvorschlag im VE-StGB wird demgegenüber mit dem Argument abgelehnt, die Ausdehnung des Intervalls verschlechtere den Rechtsschutz inhaftierter Personen.23
• Berechnung der Dauer von freiheitsentziehenden therapeutischen Massnah-
men
Zahlreiche Teilnehmer bedauern, dass die Anrechnung der Untersuchungshaft oder der Sicherheitshaft24 und des vorzeitigen Vollzugs25 an die Dauer der Massnahme im Vorentwurf nicht geregelt wurde. Eine Mehrheit der Teilnehmer wünscht ausserdem eine differenzierte Regelung für die befristeten stationären therapeutischen Massnahmen (Art. 60 und 61 StGB).26
• Zuständigkeit bei Aufhebung, Änderung oder Verlängerung einer therapeuti-
schen Massnahme
Es wird häufig kritisiert, der VE schiesse über das Ziel hinaus: Das Gericht solle nur dann in Nachverfahren über die Aufhebung einer Massnahme entscheiden, wenn mit dem Entscheid in die Freiheitsrechte der betroffenen Person eingegriffen werde.27 Andere Teilnehmer kritisieren demgegenüber, der VE sei zu wenig konsequent. Aus dieser Perspektive wird oft verlangt, das Gericht solle auch über die bedingte Entlassung entscheiden.28
• Zusammensetzung und Beizug der Fachkommission zur Beurteilung der Ge-
fährlichkeit
Ein Grossteil der Teilnehmer ist gegen den systematischen, zwingenden und vermehrten Beizug der Fachkommission.29 Die Mehrheit der Teilnehmer lehnt auch die Ausweitung der Kompetenzen der Fachkommission ab30 mit dem Argument, dass gewisse Kompetenzen bei der Vollzugsbehörde bleiben müssen, die näher an der Realität vor Ort ist.31 Die vorgeschlagenen Änderungen würden ausserdem zu deutlich mehr Fällen führen, was namentlich einen finanziellen und personellen Mehraufwand für die Kantone nach sich zöge.32
• Ausbau von Bewährungshilfe und Weisungen
Viele Teilnehmer kritisieren, dass griffige Instrumente fehlen, um zu reagieren oder einzuschreiten, wenn die Weisungen und die Anordnungen für die Bewährungshilfe nicht eingehalten werden.33 Die Ziele der neu vorgesehenen Instrumente seien nicht realistisch; sie wür-
22 AG, AR, BL, GL, GR, JU, LU, NE, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZH, FDP, KKJPD, KKLJV, NWI, OSK, SKG, VGer-ZH.
23 FR, VD, DJS, LSDH-VD, Uni-BE, Uni-NE.
24 AG, AR, BE, BL, BS, GL, GR, JU, LU, NE, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, KKJPD, KKLJV, NWI, DJS, FKE, OSK, SAV, SSK; ähnlich SKG.
25 FR, JU, SO, VD, VS, ZG, ZH, DJS, SAV, TAPEM/VS, Uni-BE; siehe auch GE, SKG.
26 AR, BE, GR, JU, LU, NE, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, TI, UR, ZG, KKJPD, KKLJV, NWI, OSK, SKG; ähnlich AG, GE, DJS.
27 AG, AR, BS, GR, JU, LU, NE, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, KKJPD, KKLJV, NWI, OSK, SKG, SSK, SVR-ASM. Den Vorschlag komplett ablehnend: BE, BL, FR, GL, FKE.
28 CVP, EDU, SP, DJS, FSP, SAV, SGFP, Uni-BE, Uni-NE, VGer ZH.
29 BS, FR, GE, SH, SO, VD, ZG, DJS, FKE, LSDH-VD, SSK.
30 BE, BS, FR, GE, LU, SO, SZ, VD, ZH, FKE, KKLJV, Uni-NE; siehe auch Fn 29.
31 BS, FR, GE, JU, LU, SZ, VD, ZG, ZH, FKE, KKLJV, OSK, Uni-NE.
32 AG, AR, BE, GE, GL, GR, JU, LU, NE, NW, OW, SG, SZ, UR, VS, ZH, KKJPD, KKLJV, NWI, OSK, SKG.
33 AG, AI, AR, BE, BL, BS, FR, GR, JU, LU, NE, NW, OW, SG, SO, VS, SZ, TG, UR, VD, ZG, ZH, CVP, FDP, FKB, FKE, KKJPD, KKLJV, LSDH-VD, NWI, OSK, SGFP, SKG, Uni-NE.