Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2020/10: Änderung des Strafgesetzbuches und des Jugendstrafgesetzes (Massnahmenpaket Sanktionenvollzug) · 46 Seiten

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den nur eine Scheinsicherheit vortäuschen.34 Die Anordnung von Bewährungshilfe und Weisungen nach dem Sanktionsvollzug stellt für einige einen inakzeptablen Eingriff in die persönliche Freiheit der betroffenen Person dar und widerspricht dem Zweck der Wiedereingliederung.35 In diesem Sinn wird der Vorbehalt nach Artikel 41a VE-StGB nicht begrüsst.36 Kritisiert wird ebenfalls, dass je nach Situation (Ende des Sanktionsvollzugs oder bedingte Entlassung) sowohl das Gericht als auch die Vollzugsbehörde für die Anordnung der Begleit- und Überwachungsmassnahmen zuständig sind.37 Einige Teilnehmer sind gegen die Weisung zum «den Bedürfnissen des Täters entsprechenden Ort» (Art. 94 Abs. 2 Bst. a VE-StGB)38 sowie das Erfordernis eines psychiatrischen Gutachtens in bestimmten Fällen (Art. 94 Abs. 3 VE-StGB)39. Schliesslich weisen zahlreiche Teilnehmer auf den finanziellen und personellen Mehraufwand aufgrund der vorgeschlagenen Änderungen hin.40

• Terminologische Bereinigung

Die Bereinigung ist an sich unbestritten, wobei aber noch Anpassungsbedarf geltend gemacht wird. Es wird auch darauf hingewiesen, dass die vom Gesetzgeber erwünschte Harmonisierung im kantonalen Kontext zu Unsicherheiten führen könne.

3. Generelle Einschätzung zu Vorlage 2 (Änderung JStG)

Der Vorentwurf zur Änderung des JStG wird – wenn auch z.T. in bestimmten Punkten mit Vorbehalten – von 15 Kantonen41, den politischen Parteien42, einem Dachverband43 und 6 Organisationen44 grundsätzlich begrüsst. Er schliesse eine Sicherheitslücke im Gesetz und trage zum Schutz der Gesellschaft bei.

Der Vorentwurf wird von 9 Kantonen45 und 13 Organisationen46 abgelehnt. Er sei nicht notwendig, kontraproduktiv, in der Praxis nicht umsetzbar und verstosse u.a. gegen die Prinzipien des Jugendstrafrechts.

Ein Kanton47, das Bundesgericht und 9 Organisationen48 haben eine Stellungnahme eingereicht, in der sie sich allerdings nicht zur Vorlage 2 äussern.

34 AG, AI, AR, BE, BL, BS, GR, JU, LU, NE, NW, OW SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZH, ZG, DJS, FKB, FKE, KKJPD, KKLJV, NWI, OSK, prosaj, SGFP, SSK.

35 GE, VD, DJS, LSDH-VD, OAV, SAV, SKG, Uni-BE, Uni-LU, Uni-NE.

36 AG, AI, AR, BL, BS, GE, GR, JU, LU, SG, SH, SZ, TG, VD, ZG, ZH, KKLJV, KKPKS, OSK, SKG, SSK, SVSP, Uni-LU.

37 AI, AR, TG, ZH, OSK, VGer ZH.

38 VD, ZH, SKG, Uni-LU.

39 AR, BL, FR, GE, JU, LU, OW, SG, SH, SZ, TG, VD, VS, UR. KKLJV, NWI, OSK, SKG, SSK, TAPEM/VS.

40 BE, BS, GE, GR, JU, LU, SH, SO, SZ, TI, TG, VD, ZG, ZH, FKB, KKLJV, Uni-LU.

41 AG, AI, BE, BL, BS, GR, JU, LU, OW, SG, SZ, TG, TI, VD, VS.

42 EDU, FDP SVP, SP. Die CVP anerkennt den Handlungsbedarf und unterstützt grundsätzlich die vorgeschlagene Neuregelung; sie lehnt jedoch gewisse Aspekte der Umsetzung ab.

43 SSV.

44 FSP, KKPKS, KOKES, SSK, SVSP, OSK, SSV.

45 FR, GE, NE, NW, SH, SO, UR, ZG, ZH.

46 NE, DJS, EFCAP-CH, Kinderanwaltschaft, KKJPD, KKLJV, LSDH-VD, OAV, SAV, SKG, SVJ, Uni-GE, Uni-LU, Uni-NE.

47 AR. Für den Kanton GL erscheint «die Vorlage» zwar im Ergebnis nicht zielführend, er macht jedoch bis auf eine Bemerkung zum erläuternden Bericht keine Einwände gegen die Vorlage 2 geltend.

48 OW, UR, FKE, NWI, OSK, PROSAJ, SGFP, SVR, TAPEM/VS, Uni-BE, VGer ZH.