Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2021/35: Erwachsenenschutzrecht – Änderung des ZGB · 43 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 28Fedlex · Ergebnisbericht

Ergebnisbericht Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz)

Es wird zudem eine Ergänzung von Artikel 432 ZGB beantragt, um sicherzustellen, dass der behandelnde Arzt die betroffene Person über ihr Recht, eine Vertrauensperson hinzuzuzie- hen, informiere.340 Auch Artikel 449a ZGB sei im Hinblick auf die Rechtsprechung des Euro- päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) zu ergänzen, um sicherzustellen, dass die Erwachsenenschutzbehörde bei Verfahren betreffend die fürsorgerische Unterbringung eine Verfahrensbeistandschaft anordne.341

4.5 Schaffung der gesetzlichen Grundlage für schweizweite Statistiken zum Kindes-

und Erwachsenenschutz (Art. 441a VE-ZGB)

12 Kantone342, 1 Partei343 und 13 Organisationen344 begrüssen die Einführung einer gesetzli- chen Grundlage zur Erstellung von Statistiken im Kindes- und Erwachsenenschutz. Mittelfris- tig sei eine Bundesstatistik im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes anzustre- ben,345 weshalb eine stärkere Mitverantwortung des Bundes,346 oder gareine ausschliessliche Zuständigkeit347 gefordert wird. Bei weitergehenden Erhebungen als zu Angaben nach Ge- schlecht und Alterskategorie stosse die KOKES an Grenzen, weil die Kantone aktuell selber entscheiden, ob und welche Daten sie liefern.348 Insbesondere das Fehlen landesweiter Da- ten im Bereich der medizinischen Zwangsmassnahmen349 und der Kindeswohlgefährdung350 wird bedauert. Absatz 2 sollte daher nicht als Kann-Bestimmung, sondern als Verpflichtung des Bundes formuliert werden.351

Nur ein Kanton352 ist der Meinung, dass die vorhandene Statistik der KOKES genügt. Der Ausbau der Statistik sei insbesondere aus Kostenfolgen (Personalaufwand und Implementie- rung der jeweiligen neuen Anforderungen in den elektronischen Fallführungssystemen) abzu- lehnen.

4.6 Melderechte und Meldepflichten im Erwachsenenschutz, Mitwirkung im Verfahren

4.6.1 Allgemeines

Einige Vernehmlassungsteilnehmende haben allgemeine Bemerkungen zu diesem Kapitel formuliert. Eine Organisation betont, dass die Änderungen bei den Melderechten und -pflich- ten nur dann die gewünschte Wirkung entfalten würden, wenn die betreffenden Fachperso- nen zur Thematik Gewalt im Alter umfassend informiert und sensibilisiert werden.353

340 Pro Mente Sana FR (S. 3).

341 Maranta/Rosch (S. 13).

342 AG (S. 2), AI (S. 1), BE (S. 3), BL (S. 2f.), BS (S. 4), GR (S. 2), LU (S. 4), OW, SZ (S. 1), TI (S. 1), VS (S. 2), ZH (S. 8).

343 SVP (S. 2).

344 ARTISET (S. 9), AvenirSocial (S. 5f.), FMH (S. 2), FSP (S. 2), KinderschutzCH (S. 1), KOKES (S. 5f.), LeavingCare, Pro Mente Sana FR (S. 1f.), Pro Mente Sana DE (S. 5f.), Pro Senectute (S. 5), SAMW (S. 1), SKHG (S.2), SVBB (S. 4).

345 AG (S. 2), AI (S. 1), BL (S. 3), GR (S. 2), OW, SZ (S. 1), AvenirSocial (S. 5f.), KOKES (S. 5f.), LeavingCare, SVBB (S. 4).

346 BE (S. 3), BL (S. 2f.), BS (S. 4), OW, SZ (S. 1), VS (S. 2), AvenirSocial (S. 5f.), FSP (S. 2), KOKES (S. 5f.), LeavingCare, SVBB (S. 4).

347 Maranta/Rosch (S. 9f.).

348 BL (S. 2), BS (S. 4), OW, SZ (S.1), AvenirSocial (S. 5f.), KOKES (S. 5f.), LeavingCare, Pro Senectute (S. 5), SVBB (S. 4).

349 FMH (S. 2), Pro Mente Sana FR (S. 1f.), Pro Mente Sana DE (S. 5f.), SAMW (S. 1).

350 KinderschutzCH (S. 1 f.).

351 BL (S. 2), LU (S. 4), OW, SZ (S. 1), AvenirSocial (S. 5f.), FSP (S. 2), KinderschutzCH (S. 2), KOKES (S. 5f.), LeavingCare, SVBB (S. 4).

352 UR (S. 6).

353 SKHG (S. 2).