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Vernehmlassung 2021/97: Änderung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (Sanierungsverfahren für natürliche Personen) · 43 Seiten

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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Sanierungsverfahren für natürliche Personen

Minderheit eingeschätzt. Es sei aber wichtig, dieser Minderheit eine zweite Chance einzuräu- men.99 Auch könnten eine Schuldenbefreiung und der damit verbundene Wegfall eines gros- sen Stressfaktors Rückfälle im Bereich Sucht mindern.100

Am vorgeschlagenen Konkursverfahren in der Form eines Sanierungsverfahrens wird na- mentlich befürwortet, dass es auf bewährten Konzepten basiere101 und ausreichende Vorkeh- ren zum Schutz vor Missbrauch102 treffe. Das Erfordernis des ausgeglichenen Budgets und die Fähigkeit, mehrere Jahre ohne Neuverschuldung haushalten zu können, stellten eine ef- fektive Bewährungsprobe dar.103 Die Verluste von privaten Gläubigerinnen und Gläubigern – bei denen kein langfristiger und gesamtheitlicher Horizont wie bei der öffentlichen Hand be- stehe – würden minimiert, da das Verfahren nur dauerhaft zahlungsunfähigen Personen of- fenstehe, welche ihre Verpflichtungen definitionsgemäss nicht in absehbarer Zeit erfüllen könnten.104 Die Schuldnerinnen und Schuldner in einer ausweglosen Situation zu belassen, sei in niemandes Interesse.105 Der relativ geringe wirtschaftliche Wert der bei diesen Haushal- ten ausstehenden Forderungen stünden in keinem angemessenen Verhältnis zu den gesell- schaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Kosten der häufig lebenslangen Überschuldung.106 Das vorgeschlagene Verfahren wird aber vielfach auch als zu aufwändig und kompliziert empfunden, dies teilweise auch von den befürwortenden Vernehmlassungsteilnehmenden.107

Grundsätzlich abgelehnt wird die Einführung eines solchen Verfahrens von 3 Kantonen108, einer Partei109 und 9 Organisationen und weiteren Interessierten110. Eine Restschuldbefreiung sei gegenüber Einwohnerinnen und Einwohner, welche ihren Pflichten stets nachgekommen seien, ungerecht.111 Es sei zu befürchten, dass sich Schuldnerinnen und Schuldner nicht mehr anstrengen würden, ihre Schulden zurückzuzahlen.112 Von zwei Kantonen wird vorge- bracht, das vereinfachte Nachlassverfahren sei zu bevorzugen.113

6.1.2 Aufgabenteilung zwischen Konkurs- und Betreibungsämtern

Die vorgeschlagene Aufgabenteilung zwischen Konkurs- und Betreibungsämtern wird über- wiegend abgelehnt. Eine Mehrheit der teilnehmenden Kantone114 sowie einige Organisatio- nen und weitere Interessierte115 sind der Ansicht, dass ein einziges Amt für die gesamte

99 BL (S. 1).

100 Suchthilfe Region Basel (S. 1).

101 S. oben Fn. 14.

102 JU (S. 1), NW (S. 1); Die Mitte (S. 2), glp (S. 2); CP (S. 2), KMU-Forum (S. 1), Schweizerischer Gemeindeverband (S. 1), SODK (S. 2).

103 JU (S. 1).

104 NW (S. 1), ZH (S. 1); Allianz Gesunde Schweiz, CP (S. 2), Fachverband Sucht, Planet 13 (S. 2), Schuldenberatung Schweiz (S. 2), Stadt Zürich Schuldenprävention (S. 2), Surprise (S. 1).

105 CP (S. 2).

106 Allianz Gesunde Schweiz, Fachverband Sucht, Planet 13 (S. 2), Schuldenberatung Schweiz (S. 2), Stadt Zürich Schuldenprävention (S. 2), Surprise (S. 1).

107 GL (S. 1), GR (S. 3), LU (S. 2), NE (S. 2 f.), NW (S. 1), TI (S. 1 f.), ZG (S. 1 f.), ZH (S. 2 ff.); FDP (S. 2); CREDITREFORM (S. 3 ff.), Inkasso Suisse (S. 4 f.), KdSZ (S. 5), Konsumfinanzierung Schweiz (S. 4 ff.), Obergericht Kanton Glarus (S. 1), SGV (S. 1), SSV (S. 3), Städtische Steuerkonferenz (S. 3), SVR (S. 2), SwissBanking (S. 1).

108 AI (S. 1), FR (S. 2), GL (S. 3).

109 SVP (S. 1).

110 CREDITREFORM (S. 1 ff.), Inkasso Suisse (S. 1 ff.), Konsumfinanzierung Schweiz (S. 1 ff.), santésuisse (S. 2), SGV (S. 1), SPA (S. 1), Städtische Steuerkonferenz (S. 3 ff.), SwissBanking (S. 1), UNIL (S. 13).

111 AI (S. 2).

112 FR (S. 3).

113 FR (S. 2), GL (S. 3).

114 AI (S. 2), BE (S. 2), BS (S. 3), GL (S. 2), GR (S. 3 f.), LU (S. 4), NE (S. 3), SG, SH (S. 3), SO (S. 3), VD (S. 9), ZH (S. 2).

115 KBKS (S. 2), KdSZ (S. 15 f.); Obergericht Kanton Glarus (S. 1 f.), Stadt Zug (S. 2), SVR (S. 2).