Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2021/97: Änderung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (Sanierungsverfahren für natürliche Personen) · 43 Seiten
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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Sanierungsverfahren für natürliche Personen
StGB) ausgeschlossen werden.170 Auch wer gegen Artikel 251 (Urkundenfälschung)171 oder 285–295 StGB (Strafbare Handlungen gegen die öffentliche Gewalt, z.B. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte)172 verstosse, erscheine nicht sanierungs- würdig. Auch solle die Länge der Frist sich nicht an die Anfechtungsfristen der paulia- nischen Anfechtung, sondern an der Verfolgungsverjährung im Strafrecht orientie- ren.173
• Es seien zusätzlich allfällige paulianische Anfechtungstatbestände nach Artikel 285 ff. SchKG aufzuführen.174 Auch hängige Arreste oder eine Konkurseröffnung ohne vorgängige Betreibung liessen an der erforderlichen Glaubwürdigkeit der Schuldne- rin bzw. des Schuldners zweifeln.175
• Es sei als zusätzliches Erfordernis einzufügen, dass innerhalb der letzten 15 Jahre kein Sanierungsverfahren aufgrund Verletzung der Mitwirkungspflichten abgebro- chen wurde.176
• Der Verweis in Absatz 4 sei zu korrigieren (auf Art. 197–270 SchKG), da sonst der Eindruck entstehen könne, dass die Eröffnung des Sanierungsverfahrens bei gewöhn- lichen Konkursbetreibungen nach Art. 166 SchKG nicht möglich sein solle.177
• Die Zulassungsvoraussetzungen sollen verhindern, dass ein Schuldner, der sich be- reits in einer misslichen Lage befinde, sich noch stärker verschulde, um von der Rest- schuldbefreiung zu profitieren.178
Die fünfzehnjährige Sperrfrist bis zur Einleitung eines neuen Verfahrens (Art. 337 Abs. 3 Bst. d VE-SchKG) wird als Mittel zur Verhinderung von Missbräuchen vielfach ausdrücklich begrüsst.179 4 Kantone180 und eine Reihe von Organisationen181 empfinden die Länge der Sperrfrist als zu lang. Die Länge der Frist sei nicht hinreichend begründet.182 Betroffenen Per- sonen werde so der Zugang zu diesem Institut verwehrt.183 Die Frist sei auch im Vergleich mit anderen Rechtsgebieten wie dem Strafrecht zu lange.184 Deutschland und Österreich sähen
170 SH (S. 3 f.); UNIL (S. 6).
171 Germann Philippe (S. 4).
172 ZH (S. 7); KBKS (S. 5).
173 CREDITREFORM (S. 11), Inkasso Suisse (S. 10), Konsumfinanzierung Schweiz (S. 11), SPA, SwissBanking (S. 1).
174 ZH (S. 7).
175 KBKS (S. 5).
176 ZG (S. 5).
177 ZH (S. 7).
178 CREDITREFORM (S. 14), Inkasso Suisse (S. 12), Konsumfinanzierung Schweiz (S. 14), SwissBanking (S. 1).
179 SG (S. 2), SH (S. 2), VD (S. 3); Die Mitte (S. 2), glp (S. 2); CP (S. 2), KMU-Forum (S. 1), Plattform Glattal (S. 4), Schweizerischer Gemeindeverband, SODK (S. 2).
180 AR (S. 2), BS (S. 4), JU (S. 2), TG (S. 1).
181 Allianz Gesunde Schweiz, AvenirSocial (S. 2), Caritas Fribourg (S. 4), Caritas Schweiz (S. 4), Caritas Vaud (S. 3), CSP (S. 5), fabe (S. 4), Fachstelle für Schuldenfragen Luzern (S. 3), Fachstelle Sucht, FHNW Hochschule für Soziale Arbeit (S. 1 f.), neustart (S. 4), Planet 13 (S. 2), Schuldenberatung Schweiz (S. 4), Stadt Zürich Schuldenprävention (S. 2), Suchthilfe Region Basel (S. 3), Surprise (S. 1), Triangel (S. 2).
182 AR (S. 2).
183 AR (S. 2).
184 AvenirSocial (S. 2), Caritas Schweiz (S. 4).