Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2021/97: Änderung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (Sanierungsverfahren für natürliche Personen) · 43 Seiten
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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Sanierungsverfahren für natürliche Personen
Weiter wird vorgebracht, dass das Budget bei Veränderung der Lebensumstände während des Verfahrens angepasst werden und Anpassungsspielraum für Gesundheitskosten, Kos- ten der Kinder und andere unvorhergesehene Ausgaben bestehen müsse.213 Das zuständige Amt habe das Budget in solchen Fällen von Amtes wegen anzupassen. Vorgeschlagen wird für solche Fälle auch ein Freibetrag analog zu den SKOS -Richtlinien für Sozialhilfe.214 Auch wird eine Anpassung an die Teuerung, wie dies in verschiedenen Kantonen beim betrei- bungsrechtlichen Existenzminimum bereits gemacht werde, beantragt.215 Schliesslich wird beantragt, dass bei vorübergehender Unterschreitung des betreibungsrechtlichen Existenzmi- nimums in Folge Mindereinnahmen ein Ausgleich aus dem Abschöpfungssubstrat erfolge.216
6.2.4 Kosten (Art. 340 VE-SchKG)
Die vorgeschlagene Kostenregelung wird überwiegend begrüsst. Bei Voraussetzen einer kos- tendeckenden Masse bliebe das Restschuldbefreiungsverfahren seiner Zielgruppe weitge- hend verschlossen.217 Es wird die Erwartung geäussert, dass diese Bestimmung zur Folge habe, dass die Verfahren zu Lasten des Staates durchgeführt werden.218 Dies wird von eini- gen Kantonen ausdrücklich in Kauf genommen, da erfolgreiche Sanierungen ansonsten kaum durchgeführt werden könnten und sich positiv auf die öffentlichen Finanzen auswirken wür- den.219
Einige Organisationen verlangen von Anfang an eine vollumfängliche Kostentragung durch den Staat und lehnen die Deckung der Verfahrenskosten durch den Erlös der Abschöpfung ab.220 Es wird die Befürchtung geäussert, dass nach Begleichung der Kosten keine pfändbare Quote übrigbleibe.221
Vereinzelt wird aber vorgebracht, dass auf das Erfordernis des Kostenvorschusses nicht verzichtet werden solle.222 Es sei nicht angemessen, wenn die Kantone die Kosten tragen müssten.223 Nach dem Verursacherprinzip seien die Kosten den Schuldnerinnen und Schuld- nern aufzuerlegen, welche von einer Sanierung profitierten.224 Es fehle der Anreiz für die Schuldnerinnen und Schuldner, zumindest die Kosten zu decken, worin auch eine Ungleich- behandlung mit dem Nachlassverfahren zu erkennen sei.225 Durch zu geringe Kosten würde die Attraktivität der Restschuldbefreiung übermässig gefördert.226 Bei einer Schuldnerin bzw.
213 GE (Anhang, S. 8), LU (S. 3), ZH (S. 11); GPS (S. 2); Allianz Gesunde Schweiz (S. 2), Budget- und Schuldenberatung Aargau-Solothurn (S. 2), Caritas Fribourg (S. 4), Caritas Jura (S. 2), Caritas Schweiz (S. 4 f.), Caritas Vaud (S. 4), CSP (S. 7), Dachverband Budgetberatung Schweiz (S. 2), Fachverband Sucht, FHNW Hochschule für Soziale Arbeit (S. 3), MV (S. 2), Planet 13 (S. 2), Planet 13 (S. 2), Plattform Glattal (S. 2), Pro Senectute (S. 2), Schuldenberatung Schweiz (S. 4), SSV (S. 2), Stadt Zürich Schuldenprävention (S. 2), Surprise (S. 1), Triangel (S. 2).
214 Budget- und Schuldenberatung Aargau-Solothurn (S. 3), familea (S. 3), FHNW Hochschule für Soziale Arbeit (S. 3), jb (S. 6), Netzwerk Sozialer Aargau (S. 2).
215 Plattform Glattal (S. 2).
216 Allianz Gesunde Schweiz, Fachverband Sucht, Planet 13 (S. 2), Schuldenberatung Schweiz (S. 5), Stadt Zürich Schuldenprävention (S. 2), Surprise (S. 1).
217 JU (S. 2), SO (S. 4), ZH (S. 7 f.); CSP (S. 6), fabe (S. 2).
218 BS (S. 5), GL (S. 3), GR (S. 7), JU (S. 2), ZH (S. 7 f.).
219 JU (S. 2), ZH (S. 7 f.).
220 CREDITREFORM (S. 12), Inkasso Suisse (S. 11), Konsumfinanzierung Schweiz (S. 12 f.), SPA (S. 6), SwissBanking (S. 1).
221 FR (S. 2), VD (S. 4); CREDITREFORM (S. 7), Inkasso Suisse (S. 11), Konsumfinanzierung Schweiz (S. 7), SwissBanking (S. 1).
222 AI (S. 1), GR (S. 7), SH (S. 3); KBKS (S. 4), SGV (S. 3), SPA (S. 6), Stadt Zug (S. 1), SVR (S. 4).
223 AI (S. 1), LU (S. 3), SG (S. 2), SH (S. 3); s. auch zur Kostenbeteiligung als Verfahrensvoraussetzungen oben Ziff. 6.2.1.
224 SG (S. 2), SH (S. 3).
225 GL (S. 3), LU (S. 3: Fehlanreiz).
226 SH (S. 3).