Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2022/34: 21.403 n Pa. Iv. WBK-N. Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung · 67 Seiten
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Gründe, weshalb Personen in Einelternhaushalten besonders häufig auf Sozialhilfe angewiesen sind.26
3.1.2 Angebotslücken in der familienergänzenden Kinderbetreuung
Aktuell existieren rund 3'200 Einrichtungen mit durchschnittlich je rund 31,4 Betreuungsplätzen, d.h. es werden rund 100 000 Plätze für Kinder im Vorschulalter angeboten. Unter der Annahme, dass ein Kind in der Regel einen halben Platz belegt, können in den bestehenden Einrichtungen bis zu 200 000 Kinder betreut werden. Fast die Hälfte der bestehenden Einrichtungen liegen in den Kantonen ZH (ca. 700) und VD (755) mit den beiden grossen Agglomerationen um die Städte Zürich und Lausanne.27
Die Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule vom 14. Juni 2007 (HarmoS-Konkordat) verpflichtet die Kantone, Tagesschulangebote anzubieten. Das Konkordat hält in Artikel 11 fest, dass ein bedarfsgerechtes Angebot für die Betreuung von Schülerinnen und Schülern ausserhalb der Unterrichtszeit (Tagesstruktur) besteht und der Unterricht vorzugsweise in Blockzeiten zu organisieren ist. Nach Auffassung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) macht das HarmoS-Konkordat keine direkten Vorgaben und gibt kein gesamtschweizerisches Modell vor. Die 15 beigetretenen Kantone verpflichten sich aber, dem Bedarf vor Ort entsprechende Tagesstrukturen anzubieten. Es sollen unterschiedliche Angebote möglich sein, die dem Bedarf und der Situation vor Ort entsprechen. Jene Kantone, die dem HarmoS-Konkordat nicht beigetreten sind, haben teilweise eigene gesetzliche Rahmenbedingungen zu schulergänzenden Betreuungsangeboten geschaffen.28
Die Organisationsformen der schulergänzenden Kinderbetreuung sind in der Schweiz äusserst vielfältig, was sich auch in der heterogenen Begrifflichkeit spiegelt.29 Im Jahr 2015 war knapp die Hälfte aller schulergänzenden Betreuungsplätze in Kernstädten zu finden. Agglomerationsgemeinden stellten weitere 44 Prozent des Angebots bereit. In ländlichen Gemeinden wurden mit 8 Prozent am wenigsten Plätze angeboten.30 Die Mittagsbetreuung ist das am häufigsten genutzte Angebot in der Schweiz. Je jünger die Kinder, desto mehr Betreuungsmodule nehmen die Eltern in Anspruch. Viele Eltern – vor allem Mütter – würden ihre Erwerbstätigkeit gerne
26 Bundesamt für Statistik (2021): Familien in der Schweiz. Statistischer Bericht 2021, Neuenburg: Bundesamt für Statistik, 51. Kann abgerufen werden unter: https://www.swissstats.bfs.admin.ch/collection/ch.admin.bfs.swissstat.de.issue210110102 100/article/issue210110102100-01.
27 Ecoplan (2020): 5.
28 Städteinitiative Bildung (2021): Ganztägige Bildung und Betreuung in Schweizer Städten. Modelle, Erfahrungen, Empfehlungen. Themenpapier der Städteinitiative Bildung, Winterthur: Städteinitiative Bildung, 7. Kann abgerufen werden unter: https://staedteverband.ch/cmsfiles/themenpapier%202021%20d.pdf?v=20220301163610.
29 Städteinitiative Bildung 2021: 7.
30 Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (2015): Schulergänzende Betreuung aus Eltern- und Kindersicht. Forschungsbericht, Bern: Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF, 12. Kann abgerufen werden unter: https://ekff.admin.ch/fileadmin/user_upload/ekff/05dokumentation/d_15_Forschungsberi cht_SEB.pdf.