Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2022/34: 21.403 n Pa. Iv. WBK-N. Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung · 67 Seiten
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zwar über reiche praktische Erfahrungen verfügen, aber kaum über entsprechendes Fachwissen und theoretische Kenntnisse.48
Die Wirkung familienergänzender Kinderbetreuung hängt massgeblich von der Betreuungsqualität ab: Je höher die Qualität, desto besser. Dies gilt für die Förderung der Entwicklung von Kindern und die Prävention von negativen Verhaltensweisen und Verhaltensstörungen.49
Kinder aus sozial benachteiligten Familien und speziell Kinder mit Migrationshintergrund profitieren insbesondere von der Sprachförderung, indem deren Sprachkompetenzen und damit ihre soziale Integration bereits vor dem Schuleintritt gefördert werden.50 Für Kinder mit einer anderen Erstsprache als der Lokalsprache oder/und einem tiefen sozioökonomischen Hintergrund ist es von besonderer Bedeutung, dass sie früh (im Alter von eineinhalb bis drei Jahren) und in genügend grossem Umfang (rund 14 bis 21 Stunden pro Woche) von einem qualitativ guten Angebot profitieren können.51
Die Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder familienergänzend betreuen zu lassen, hängt wesentlich von deren Betreuungskosten ab, aber auch von der Qualität des Angebots.52
3.2 Handlungsbedarf in der Politik der frühen Kindheit
Die WBK-N setzt sich seit 2017 mit den Zielsetzungen der Politik der frühen Kindheit auseinander. Sie hat in Umsetzung der parlamentarischen Initiative 17.412 Matthias Aebischer «Chancengerechtigkeit vor dem Kindergartenalter» eine mögliche Massnahme auf Bundesebene ausgearbeitet. Mit dem Ziel, die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Politik der frühen Kindheit in den dafür zuständigen Kantonen und Gemeinden zu fördern, entschied sich die Kommission für die Förderung von Programmen im Bereich der Politik der frühen Kindheit im Sinne einer Anschubfinanzierung zugunsten der Kantone. In diesem Rahmen könnte der Bund Massnahmen zur verbesserten Koordination auf Ebene der Kantone unterstützen. Der Nationalrat nahm die Vorlage am 18. Juni 2020 an, der Ständerat lehnte diese am 9. September 2020 ab. Die WBK-N setzte die weitere Behandlung der parlamen-
48 Dubach, Philipp et al. (2018): Qualifikationsbedarf in der frühen Förderung und Sprachförderung. 2. Zwischenbericht: Auswertung der ersten Runde der Delphi-Befragung, Olten: SAVOIRSOCIAL, S. XIII.
49 Interview mit Andreas Balthasar vom 25.02.2020: Neue Schweizer Erkenntnisse zu Kitabesuch und Schulerfolg. Kann abgerufen werden unter: https://jacobsfoundation.org/neue-schweizer-erkenntnisse-zu-kitabesuch-und-schulerfolg/
50 Balthasar, Andreas / Kaplan, Caroline (2019): Whitepaper zum Engagement in der frühen Kindheit: Fokus Kind, Luzern: Interface, 7. Kann abgerufen werden unter: https://www.interfacepol.ch/app/uploads/2021/05/Be_JF_Engagement_Fruehe_Kindheit_d.pdf.
51 Vogt, Franziska / Stern, Suanne / Filliettaz, Laurent (2022). Frühe Sprachförderung. Internationale Forschungsbefunde und Bestandesaufnahme zur frühen Sprachförderung in der Schweiz. Studie im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation, St. Gallen, Zürich und Genf: Pädagogische Hochschule St. Gallen, INFRAS, Universität Genf, 6f. (noch unveröffentlicht).
52 Stern, Susanne et al. (2018): 24.