Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2022/34: 21.403 n Pa. Iv. WBK-N. Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung · 67 Seiten
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tarischen Initiative daraufhin aus.53 Vor dem Hintergrund der Arbeiten in Umsetzung der 21.403 parlamentarischen Initiative «Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung» beschloss die WBK-N am 28. Januar 2022, die Beratung der 17.412 parlamentarischen Initiative Aebischer «Chancengerechtigkeit vor dem Kindergartenalter» weiterhin auszusetzen.54
Am 12. April 2019 reichte die WBK-N das Postulat 19.3417 «Strategie zur Stärkung der Frühen Förderung» ein. Sie beauftragte den Bundesrat, eine Strategie zur Stärkung und Weiterentwicklung der frühen Förderung von Kindern in der Schweiz zu erarbeiten. Der Bericht des Bundesrates in Erfüllung dieses Postulats55 fasst den bisherigen Wissensstand zum Angebot und zur Nachfrage, zur Qualität sowie zur Finanzierung der Angebote im Bereich der Politik der frühen Kindheit zusammen und zeigt den Handlungsbedarf aus Sicht verschiedener Akteure in der Schweiz auf.
3.2.1 Angebotslücken und heterogene Ausgestaltung der Angebote
Die verfügbaren Informationen zu Angebot und Nachfrage der Angebote im Bereich der frühen Kindheit erlauben keine allgemeingültige Aussage zur Situation in der Schweiz. Eine gesamtschweizerische Analyse im Auftrag des Schweizerischen Gemeindeverbandes56 deutet jedoch auf ein lückenhaftes oder fehlendes Angebot in mittleren und kleinen Gemeinden hin. Das Angebot in den Gemeinden unterscheidet sich zudem bezüglich Vielfalt und Quantität deutlich. Hinsichtlich der Professionalisierung der Fachpersonen, die in den Arbeitsfeldern der Politik der frühen Kindheit tätig sind, und Qualitätsstandards wird Handlungsbedarf verortet. Bezüglich der Finanzierung von Angeboten im Bereich der Politik der frühen Kindheit zeigt die Auslegeordnung, dass in der Schweiz in kleineren und mittelgrossen Gemeinden deutliche regionale Unterschiede bestehen. In der deutsch- und französischsprachigen Schweiz wird in der Regel nur ein Teil der Angebote von der öffentlichen Hand mitfinanziert. In der italienischsprachigen Schweiz ist hingegen das Modell der vollständigen Finanzierung der Angebote durch die Gemeinden weit verbreitet. Analysen zur Situation in grösseren Gemeinden und Städten fehlen.
3.2.2 Unzureichende Kooperation unter den Akteuren und mangelhafte Abstimmung der Angebote
Die Bereitstellung eines bedarfsgerechten und integrierten Angebots erfordert die Abstimmung und Koordination der verschiedenen Akteure und ihrer Einzelmassnahmen sowie die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den bestehenden Regel-
53 Vgl. Medienmitteilung der WBK-N vom 19.02.2021: «Bund soll familienergänzende Kinderbetreuung stärker unterstützen». Kann abgerufen werden unter: https://www.parlament.ch/press-releases/Pages/mm-wbk-n-2021-02-19.aspx.
54 Vgl. Medienmitteilung der WBK-N vom 28.01.2022: «Mais im Bundeshuus 5.0: WBK-N sucht Kompromiss». Kann abgerufen werden unter: https://www.parlament.ch/pressreleases/Pages/mm-wbk-n-2022-01-28.aspx.
55 BR-Bericht Politik der frühen Kindheit
56 Meier Magistretti, Claudia / Schraner, Marco (2017): Frühe Förderung in kleineren und mittleren Gemeinden. Die Gemeinden als strategische Plattform und Netzwerker der Frühen Förderung: Situationsanalyse und Empfehlungen. Bern: Schweizerischer Gemeideverband. Kann abgerufen werden unter: https://www.chgemeinden.ch/wAssets/docs/publikationen/deutsch/Situationsanalyse_DE. pdf