Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/34: 21.403 n Pa. Iv. WBK-N. Überführung der Anstossfinanzierung in eine zeitgemässe Lösung · 67 Seiten

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heisst, dass beispielsweise durch die Schaffung von 21 000 Betreuungsplätzen mit einem zusätzlichen Arbeitsangebot von rund 10 000 Vollzeitstellen oder 0,2 Prozent der Beschäftigung in der Schweiz zu rechnen wäre.83 Die Erwerbseinkommen nehmen zu. Der Erhöhung des Arbeitsvolumens und die damit einhergehenden Zusatzeinkommen wirken sich unmittelbar positiv auf die Volkswirtschaft aus. Das bedeutet mehr Möglichkeiten hinsichtlich Konsum und Sparen sowie Investitionen und höhere Steuereinnahmen. Letztere ergeben sich aus der direkten Besteuerung des Erwerbseinkommens und der Gewinne sowie aus der Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen.

Die Möglichkeit zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit kommt namentlich Alleinerziehenden zugute, bei denen das Armutsrisiko besonders hoch ist und die überdurchschnittlich oft auf Sozialhilfe angewiesen sind. Das durch die höhere Erwerbsbeteiligung entstehende Zusatzeinkommen ermöglicht es, die Familienarmut zu verringern und die Ausgaben für die Sozialhilfe zu senken. Gleichzeitig steigen die Sozialversicherungsbeiträge und die entsprechenden Leistungsansprüche. Von dieser Entwicklung profitieren die Finanzen von Bund, Kantonen, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Die Ausweitung des Arbeitsangebots trägt ausserdem dazu bei, dem demografisch bedingten Arbeitskräfterückgang und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Der Abbau von Engpässen auf dem Arbeitsmarkt stärkt das Wirtschaftswachstum.

Parallel zu den kurzfristigen positiven Effekten bei der Erwerbstätigkeit der Eltern ergeben sich langfristige Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt: Wenn die Eltern (meistens die Mütter) im Arbeitsprozess bleiben, steigen sowohl deren Karrierechancen als auch deren Löhne. Die Lohnzunahme liegt laut Berechnungen bei 2,4 Prozent pro zusätzlichem Jahr Berufserfahrung.84 Volkswirtschaftlich steht dem höheren Lohn eine höhere Produktivität gegenüber.85 Somit steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Wohlstand, aber auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

6.3.2 Auswirkungen auf das Ausbildungsniveau der Kinder

In einem 2018 veröffentlichten Bericht86 betonte der Bundesrat, dass sich Investitionen in die frühe Kindheit auch aus makroökonomischer Sicht lohnen. Er hielt fest,

83 BAK 2020: 5.

84 BAK 2020: 3.

85 Ein Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung kommt auch Eltern zugute, die eine Ausbildung absolvieren. Eine Ausbildung hat ausserdem positive Rückwirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Produktivitätsniveau.

86 Bundesrat (2018): Ergebnisse des Nationalen Programms zur Prävention und Bekämpfung von Armut 2014–2018. Bericht des Bundesrates zum Nationalen Programm sowie in Erfüllung der Motion 14.3890 der Sozialdemokratischen Fraktion vom 25. September 2014. Kann abgerufen werden unter: https://www.parlament.ch/centers/eparl/curia/2014/20143890/Bericht%20BR%20D.pdf; Stern et al. (2019): Für eine Politik der frühen Kindheit. Eine Investition in die Zukunft. Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung / Frühe Förderung in der Schweiz, Zürich: INFRAS. Kann abgerufen werden unter: https://www.unesco.ch/wpcontent/uploads/2019/02/Publikation_F%C3%BCr-eine-Politik-der-fr%C3%BChen- Kindheit-1.pdf.