Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2023/16: Änderung der Verordnung des WBF über die Pflichtlagerhaltung von Nahrungs- und Futtermitteln · 40 Seiten

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Die Coop Genossenschaft erwähnt, dass die maximal zulässige Lagerdauer von Reis erhöht werden sollte. Wenn Reis richtig gelagert werde, könne dieser ohne Probleme bis zu zehn Jahren gelagert werden. Bei der Pflichtlagerhaltung in anderen Ländern besteht nach Information der Coop Genossenschaft eine Lagerhaltung von sieben Jahren.

Aus Sicht der fenaco Genossenschaft ist das Bedürfnis des Aufbaus von glutenfreiem Getreide an Pflichtlager nachvollziehbar und macht in Anbetracht der ernährungsphysiologischen Einschränkung von betroffenen Personen Sinn. Generell ist die fenaco Genossenschaft jedoch der Meinung, dass eine Diversifizierung der Getreidearten für das Pflichtlager in Betracht gezogen werden sollte. Dies erhöht die Resilienz bei einem Versorgungsengpass, da nicht alle Arten die gleichen Anbaubedingungen benötigen und teilweise mehr oder weniger resistent gegen Krankheiten oder Schädlinge sind. Anstelle der Bildung eines neuen Pflichtlagers sei auch eine Integration von glutenfreiem Getreide in die Pflichtlagerhaltung Getreide prüfenswert.

Die Berechtigung der Erhöhung der Lagermenge im aufgezeigten Rahmen kann der Migros Genossenschaftsbund (MGB) nicht nachvollziehen; sie erscheint ihm zu hoch. Der Umfang solle in einer Detailstudie vertieft geprüft werden Die Rotation und Integration der zusätzlichen Mengen in die betrieblichen Abläufe könne bei den aktuell zur Verfügung stehenden Produktionskapazitäten nicht gewährleistet werden. Zudem seien die aktuell vorhandenen Lagerkapazitäten bereits ausgeschöpft.

Die Firma Stutzer & Co. AG argumentiert, dass der Aufbau der vorgesehenen zusätzlichen Mengen von 25'000 Tonnen an glutenfreien Produkten markttechnisch nicht umsetzbar sei. Es existiere in der Schweiz keine Industrie, welche Zöliakieprodukte in diesem Umfang produziere und im Krisenfall aus diesen Vorräten alimentiert werden müsste. Die angedachte Lagermenge entspreche einer Jahresbedarfsmenge. Damit könne die Rotation der Ware nicht mehr garantiert werden, da der Markt überständige Ware kaum akzeptiere. Mais zur menschlichen Ernährung werde nur in geringfügigen Mengen auf dem Schweizer Markt gehandelt. Deshalb stelle Mais aus betriebswirtschaftlichen Gründen keine echte Alternative für ein glutenfreies Getreide dar.

Proteinträger zu Futterzwecken

Die fenaco Genossenschaft lehnt eine Senkung der Pflichtlager an Proteinträgern ab. Nach dem Aufbau des Pflichtlagers für Proteinträger in den letzten Jahren und der aktuellen Mengenkorrektur nach unten sei bei einem erneuten Abbau keine Kontinuität gegeben. Um Investitionen in Lagerkapazität für Derivate zu rechtfertigen, müsse eine höhere Kontinuität in der Strategie gewährleistet sein. Die Mengenerhöhungen bei den Derivaten seien mit beachtlichen Investitionen verbunden gewesen. Dieser Lagerraum könne einerseits nicht vollumfänglich für die Lagerung von Energieträgern genutzt werden, andererseits werde die installierte Ausstattung für die Lagerung von Energieträgern nicht benötigt. Die Mehrkosten für diese Einrichtungen, welche erstellt wurden, seien noch nicht abgegolten. Zudem sei der Abbau der Tierbestände von Geflügel und Schweinen im vorgesehenen Zeitfenster nicht sinnvoll möglich. Dies habe zur Folge, dass in einer schweren Mangellage Proteinträger über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen müssten und die neu vorgesehenen Mengen dafür nicht ausreichend wären. Die fenaco Genossenschaft regt zudem an, eine Flexibilisierung des Pflichtlagers zu prüfen, so dass ein Teil des Proteinpflichtlagers auch in Form von Ölsaaten gehalten werden kann, welche sowohl für Öl als auch für Protein genutzt werden können.

Der Migros Genossenschaftsbund (MGB) kann bei den Proteinträgern den vorgesehenen Abbau in diesem Umfang nicht nachvollziehen. Der MGB fordert nochmals vertieft zu prüfen, ob die dargestellte Reduktion der Tierbestände bei Schweinen und Geflügel in einer akuten Mangelsituation in der vorge-