Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/53: Revision der Stromversorgungsverordnung (Verzinsung des Kapitals im Stromnetz und in geförderten Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien) · 14 Seiten
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Erläuternder Bericht zur
Revision der Stromversorgungsverordnung
(StromVV, SR 734.71)
ren: das unlevered Beta und der Leveragefaktor. Bei dem unlevered Beta, welches empirisch bestimmt und auf Basis einer Peergroup von Unternehmen definiert, sind die Besonderheiten der
Schweizer Netzbetreiber zu berücksichtigen, die ein vergleichsweise niedriges Risiko aufweisen.
Das unlevered Beta wird empirisch bestimmt und auf Basis einer Peergroup von Unternehmen definiert. Es werden grundsätzlich europäische Energieversorgungsunternehmen verwendet, bei denen die Stromübertragung und – verteilung eine wesentliche Geschäftssparte der Unternehmen bildet (möglichst das Hauptgeschäft).
Wie bereits erwähnt, sollen angesichts der relevant höheren marktlichen und regulatorischen Risiken in dieser Peer Group momentan lediglich die an der Börse gehandelten europäischen Strom-Übertragungsnetzbetreiber berücksichtigt werden (derzeit 5 Unternehmen). Diese Unternehmen weisen grössten Teils keine weiteren risikobehaftete Aktivitäten auf, die nicht direkt mit dem Betrieb von Stromnetzen zu tun haben. Das marktliche und teils auch das regulatorische Risiko dieser Unternehmen ist somit deutlich vergleichbarer mit dem der Schweizer Stromnetzbetreiber als bei dem Rest der Unternehmen in der Peer Group.
Sollten künftig von den grundsätzlich in Europa weiter in Frage kommenden Energieversorgungsunternehmen in Hinblick auf die regulatorischen und marktlichen Risiken ebenfalls mit der Schweiz vergleichbar werden, kann die ElCom diese bei der Bestimmung der Peer Group (gewichtet oder ungewichtet) hinzuziehen. Ebenso können Unternehmen aus der Peer Group entfernt werden, wenn diese dem geforderten Risikoprofil nicht mehr entsprechen.
4.1 Levered Beta
Der Leveragefaktor zeigt an, wie sich die Eigenkapitalquote auf die Eigenkapitalrendite auswirkt und bildet den Einfluss der Finanzierung (Eigen- und Fremdkapitalanteile, inklusive Besteuerung) auf die Eigenkapitalrendite ab. Die Erhöhung des Fremdkapitals führt zu höheren Schwankungen der Eigenkapitalrendite, was sich in einem höheren Levered Beta und insofern in höheren Eigenkapitalkosten niederschlägt. Für die Bestimmung des Leveragefaktors ist das im WACC gesetzte Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital zu berücksichtigen.
Das beobachtbare (unlevered) Beta lässt sich mithilfe der folgenden Formel ermitteln:
Beta = Kovarianz zwischen Aktien und Marktindex / Varianz des Marktindexes.
Die Varianz ist ein Streuungsmass und beschreibt die mittlere quadratische Abweichung einer Zufallsvariable von ihrem Erwartungswert. Die Kovarianz ist ein Streuungsmass und beschreibt den Zusammenhang von zwei Variablen (mit gemeinsamer Wahrscheinlichkeitsverteilung). Der Wert dieser Kennzahl macht Aussagen darüber, ob hohe Werte der einen Zufallsvariablen eher mit hohen oder eher mit niedrigen Werten der anderen Zufallsvariablen einhergehen.
Es werden Betas für sämtliche Unternehmen der Peer Group ermittelt und anhand von Marktwerten für Marktkapitalisierung und Nettoschulden in unlevered Betas umgerechnet. Aus den unlevered Betas der Peer Group wird das unlevered Beta für die Schweizer Netzbetreiber abgeleitet.
Bei dem Leveragefaktor sind mehrere Ausgestaltungen möglich (Harris-Pringle-Formel, Hamada-Formel). Diese Ansätze stellen eine Vereinfachung dar, wie aus grundlegenden finanzökonomischen Zusammenhängen (Modigliani-Miller-Theorem) die Auswirkung der Finanzierung auf die Eigenkapitalrendite berechnet werden kann.
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