Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/53: Revision der Stromversorgungsverordnung (Verzinsung des Kapitals im Stromnetz und in geförderten Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien) · 14 Seiten
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Erläuternder Bericht zur
Revision der Stromversorgungsverordnung
(StromVV, SR 734.71)
Aktuelle langfristige Inflationserwartungen veröffentlicht die Schweizerische Nationalbank quartalsweise aufgrund von durch Dritte durchgeführten Konsensumfragen. Es gilt jeweils der Durchschnittswert des vergangenen Kalenderjahres.
Insofern liegt dem Bestimmungsansatz die Annahme zugrunde, dass die Renditeerwartungen an ein breit diversifiziertes Portfolio auf realer Basis über die Zeit annähernd stabil bleiben und sich nominal vor allem aufgrund von steigenden oder sinkenden Inflationserwartungen verändern.
1.3.3 Peergroup und Beta
Die Bestimmung des (unlevered) Betas als Risikomass für das eingesetzte Kapital erfolgt über eine Vergleichsgruppe (Peergroup). Für die Vergleichsgruppe wurden bis anhin vor allem europäische Netzbetreiber verwendet, da für Schweizer Netzbetreiber die relevanten Daten nicht öffentlich verfügbar sind. Weil für das Risikoprofil relevante Unterschiede zwischen den Peers und den Schweizer Netzbetreibern bestehen, erscheint es sachlich angemessen, diese Unterschiede bei der Höhe des WACC zu berücksichtigen. Die Unterschiede beziehen sich auf die Geschäftsaktivitäten (Handelsaktivitäten bergen mehr Risiko als Netzaktivitäten), den Regulierungsrahmen (in der EU durchgängig verwendete Anreizregulierung erhöht das Gewinnrisiko der Netzbetreiber) und auf die sonstigen Marktbedingungen (u. a. geringerer Anteil im Besitz des Staates, volle Marktöffnung).
Um die tatsächlichen Risiken der Schweizer Netzbetreiber besser zu erfassen, können die einzelnen Unternehmen gewichtet werden (Gewichtung je höher, desto höher der Netzanteil ist) oder tiefere Risiken werden über eine Korrektur erfasst. Angesichts der relevant höheren marktlichen und regulatorischen Risiken in der aktuellen Peergroup soll für die Schweizer Netzbetreiber bevorzugt eine Korrektur des (unlevered) Beta über eine besondere Fokussierung auf die (derzeit 5) an der Börse gehandelten europäischen Strom-Übertragungsnetzbetreiber erfolgen. Denn diese Unternehmen weisen geringere Anteile weiterer risikobehafteter Aktivitäten auf, die nicht direkt mit dem Betrieb von Stromnetzen zu tun haben. Das marktliche und teils auch regulatorische Risiko dieser Unternehmen ist somit vergleichbarer mit dem der Schweizer Stromnetzbetreiber. Verändern sich die regulatorischen und marktlichen Risiken der Unternehmen in der Peergroup bzw. die der Schweizer Netzbetreiber, so können weitere Unternehmen gewichtet oder auch deren Werte hinzugenommen werden. Es können auch Unternehmen aus der Peergroup entfernt werden, wenn diese den Anforderungen bezüglich Risikoprofil nicht mehr genügen oder deren Betas statistisch nicht signifikant sind. Weiterhin wird eine Erweiterung der Peergroup mit vergleichbaren Unternehmen angestrebt, um die Grundlagen der Bewertung stetig zu verbessern.
Die Fokussierung auf Strom-Übertragungsnetzbetreiber führt bei den aktuellen Werten zu einem unlevered Beta von 0,3 (statt unkorrigiert 0,4) und somit zu einer Absenkung des WACC für das Stromnetz von 0,53 Prozentpunkten. Somit ergibt sich ein Netz-WACC von 3,41% (statt unkorrigiert 3,94% resp. gegenüber dem heutigen WACC von 3,98%). Die Reduktion des Betas lässt sich auch durch ergänzende Partialanalysen abstützen, welche die risikorelevanten Unterschiede zwischen der Peergroup und den Schweizer Netzbetreibern untersuchen: Demnach reduzieren 10 Prozentpunkte mehr Netzanteil am Gesamtumsatz das Beta durchschnittlich um 0,03. Die bisherige Peergroup weist im Durchschnitt rund 50% Netztätigkeit am Gesamtumsatz aus und hat ein Beta von 0,4. Eine lineare Korrektur ergäbe einen Wert von knapp unter 0,3.5 Diese Analyse kann als ein belastbares Indiz gelten, da sie statistisch signifikant ist (99%-Niveau), so dass die erfolgte Anpassung auch aus Sicht des Gutachtens von Swiss Economics als sachgerecht erachtet wird.
5 Ebenso ist unter europäischer Anreizregulierung auf Basis von mehrjährigen Regulierungsperioden die Gewinnvariabilität (und insofern das unternehmerische Risiko) erhöht gegenüber einer Cost-Plus-Regulierung wie in der Schweiz. Reduziert man das Peer-Group-Beta um den durchschnittlichen Effekt der Regulierungsperioden, resultiert ebenfalls ein Wert um 0,3.
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