Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/21: Änderung des Heilmittelgesetzes 3b · 81 Seiten

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Drogerieketten den Versandhandel dominieren werden, während kleinere Akteure Schwierigkeiten haben könnten, Marktanteile zu gewinnen. Der stationäre Handel könnte durch den Versandhandel zwar ergänzt, aber nicht grundlegend verändert werden. Auch der Fachkräftewettbewerb könnte betroffen sein, da Versandhändler von effizienterem Personaleinsatz profitieren könnten, während stationäre Händler den Verlust von Fachpersonal befürchten.

Die Auswirkungen auf die Gesundheitskosten in der Schweiz dürften insgesamt begrenzt bleiben. Preis- und Mengeneffekte werden vor allem bei nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erwartet, wobei die Preissenkungen für die Patientinnen und Patienten moderate Auswirkungen auf die Out of Pocket-Kosten haben könnten. Mit dem «Out of Pocket»-Anteil ist derjenige Anteil der Gesundheitskosten gemeint, der nicht via Krankenkasse abgerechnet wird und die Patienten somit direkt selbst bezahlen Grössere Auswirkungen auf die Gesamtkosten des Gesundheitswesens sind jedoch nicht zu erwarten, zumal die Preissenkungen auch durch Marktsättigung wieder ausgeglichen werden könnten. Zudem bleibt der Effekt der Preissetzung durch den Versandhandel mit Arzneimitteln aufgrund der bestehenden Preisregulierung im Arzneimittelmarkt begrenzt.

In Bezug auf die Standortattraktivität wird die Regulierungsanpassung als positiv für die Schweiz bewertet, da sie Apotheken einen einfacheren und Drogerien einen neuen Absatzkanal für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel eröffnet und die Wettbewerbsbedingungen im internationalen Vergleich verbessert. Allerdings könnte es in einigen Kantonen durch unterschiedliche steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen zu regionalen Unterschieden in der Standortattraktivität kommen.

Schliesslich wird die Aufhebung des grundsätzlichen Verbots des Versandhandels mit Arzneimitteln als potenzieller Innovationsmotor im Gesundheitswesen betrachtet. Besonders im Bereich digitaler Beratungsangebote und der Integration von Telemedizin könnten neue Entwicklungen entstehen. Technologien wie das elektronische Gesundheitsdossier und das E-Rezept könnten durch die Normanpassung weiter vorangetrieben werden, was zu neuen Geschäfts- und Beratungsmodellen im Gesundheitssektor führen könnte. Insgesamt dürfte die Revision zu einer verstärkten Marktveränderung im Bereich des Versandhandels mit Arzneimitteln führen, ohne jedoch wesentliche Auswirkungen auf die Gesundheitskosten oder die Marktstruktur zu haben. Sie könnte die Innovationskraft im Gesundheitswesen fördern und die Wettbewerbsbedingungen für Schweizer Apotheken und Drogerien verbessern.

Stärkung der Versorgung mit Arzneimitteln

Durch die Massnahmen können Versorgungsunterbrüche reduziert und medizinisch notwendige Therapien rechtzeitig fortgeführt werden, was insbesondere bei schweren oder chronischen Erkrankungen die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessert. Die Änderungen zur Stärkung der Versorgung mit Arzneimitteln haben damit positive Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Sie beeinflussen verschiedene Wirtschaftssektoren positiv, wie die Steigerung der Arbeitsproduktivität und Wirtschaftsleistung, weniger oder kürzere Krankenhausaufenthalte aufgrund effektiverer Therapien und Behandlung von Patientinnen und Patienten.