Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/21: Änderung des Heilmittelgesetzes 3b · 81 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 75Fedlex · Erläuternder Bericht

Einzelabgabe von Arzneimitteln

Die Einzelabgabe trägt bei, die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zu reduzieren, indem sie durch Abgabe der exakt benötigten Arzneimittelmenge die Therapieadhärenz verbessert und die nicht sachgemässe Verwendung oder Entsorgung verringert – Faktoren, die die Entwicklung von Resistenzen begünstigen. Zudem wird mit der Einzelabgabe der Antibiotikaverbrauch insgesamt gesenkt; weniger Antibiotika im Umlauf wirken der Resistenzproblematik entgegen und schonen die Umwelt.

Die Einzelabgabe von Antibiotika leistet einen wichtigen Beitrag, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu sichern. Damit sind Investitionen verbunden, die der Gesundheit heutiger und zukünftiger Generationen zugutekommen.

Aufsichtsabgabe bei Medizinprodukten

Im Bereich der öffentlichen Gesundheit leistet die Aufsichtsabgabe einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Finanzierung der Marktaufsicht von Medizinprodukten. Eine wirksam ausgestaltete Marktaufsicht ist zentral für die Gewährleistung von Leistung und Sicherheit der auf dem Schweizer Markt verfügbaren Produkte. Im Vergleich zum Status quo – faktisch eine Unterfinanzierung der Überwachung der Medizinprodukte – wird dieser positive Effekt als dominierend eingeschätzt. Gleichzeitig könnten indirekte Effekte auf die öffentliche Gesundheit aufgrund Verhaltensanpassungen der betroffenen Akteure auftreten. In einzelnen Fällen wie z. B. Nischenprodukten könnte dies eine Reduktion des Produktesortiments nach sich ziehen, was sich potenziell auf die Versorgungssicherheit und damit auf die öffentliche Gesundheit auswirken würde, etwa wenn in der Schweiz keine adäquaten Ersatzprodukte verfügbar sind und die Produkte aus dem Ausland beschafft werden müssen. Die bisherigen Erhebungen deuten jedoch darauf hin, dass ein solches Szenario von der Mehrheit der befragten Akteure als wenig wahrscheinlich eingeschätzt wird. Häufiger genannt wird die Möglichkeit einer Weitergabe der zusätzlichen Kosten an die Abnehmer, was zu einem moderaten Anstieg der Gesundheitskosten führen könnte.

Hingegen sind keine relevanten Effekte auf die öffentliche Sicherheit, auf Bildung und Kultur oder auf Aspekte der Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Generationengerechtigkeit zu erwarten.

5.5 Auswirkungen auf die Umwelt

Versandhandel mit Arzneimitteln

Im Hinblick auf die Auswirkungen des Versandhandels mit Arzneimitteln auf die Umwelt lässt sich feststellen, dass der Markt bereits gut etabliert ist. Eine Regulierungsanpassung wird daher keine wesentlichen zusätzlichen Belastungen für die Umwelt mit sich bringen. Allenfalls könnte es zur vermehrten Entsorgung von Arzneimittelverpackungen kommen, falls der Versandhandel weiter zunimmt. Andererseits könnte durch die mögliche Verlagerung von Auslandbestellungen ins Inland eine Verbesserung der Umweltbilanz erzielt werden. Dies würde zu kürzeren Transportwegen und einer Reduktion der CO2-Emissionen führen, da Arzneimittel vermehrt nicht mehr aus entfernten Ländern eingeführt, sondern im Inland bestellt würden. Die bestehenden Logistiksysteme sind bereits auf den aktuellen Bedarf abgestimmt und gewährleisten eine effiziente und umweltfreundliche Distribution.