Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/21: Änderung des Heilmittelgesetzes 3b · 81 Seiten

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Sirupe oder Granulate) sind nicht praktikabel.92 Gemäss RFA zur Einzelabgabe von Antibiotika könnten jährlich über 1.1 Millionen. Einzelabgaben erfolgen.

Für Patientinnen und Patienten ergeben sich durch die Einzelabgabe von Antibiotika verschiedene Auswirkungen. Sie profitieren insbesondere vom Gesundheitsnutzen, der mit einer Einzelabgabe von Antibiotika einhergeht; die passgenaue Abgabe von Antibiotika fördert eine bewusste und korrekte Einnahme, was sicherere und wirksamere Behandlungen ermöglicht. Gleichzeitig können sie von Einsparungen bei den Arzneimittelkosten profitieren. Andererseits entsteht bei der Einzelabgabe in der Apotheke oder Arztpraxis zusätzlicher Aufwand; sollte dieser in die Tarife einfliessen, würden die Mehrkosten zu Lasten der OKP entstehen. Träger dieser Mehrkosten wären letztlich die Patientinnen und Patienten. Sie müssen zudem ein paar Minuten länger warten, bis sie das Antibiotikum an der Abgabestelle erhalten.

Würde die Einzelabgabe auf Verordnungsstufe auch für andere Arzneimittelgruppen vorgesehen, so hätte dies entsprechende Auswirkungen zur Folge.

Aufsichtsabgabe bei Medizinprodukten

Für Patientinnen und Patienten steht im Vordergrund, dass die in der Schweiz in Verkehr gebrachten Medizinprodukte sicher und leistungsfähig sind, dass, im Falle von Vorkommnissen, rasche und umfassende Massnahmen zur Beseitigung der Gefährdung getroffen werden und dass die Marktakteure ihre Pflichten in Bezug auf dem Umgang mit Medizinprodukten wahrnehmen. Die Einführung einer Aufsichtsabgabe leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag, indem sie eine verlässliche Finanzierung der Überwachung der Medizinprodukte sicherstellt.

Gleichzeitig kann es, abhängig von den Reaktionen der betroffenen Unternehmen, zu Veränderungen bei der Verfügbarkeit sowie bei den Kosten kommen. Dadurch kann es für Patientinnen und Patienten punktuell erforderlich werden, auf alternative Produkte auszuweichen. Patientinnen und Patienten könnten höhere Preise und schlechtere Verfügbarkeit teilweise auffangen, indem sie vermehrt Medizinprodukte im sogenannten Fernabsatz direkt aus dem Ausland beschaffen. Dies könnte negative Folgen für die Patientensicherheit haben, da die Schutzmassnahmen schlechter wären (z.B. Medizinprodukte ohne Zertifizierung oder Schweizer Bevollmächtigten). Zudem besteht das Risiko, dass verbleibende Mehrkosten indirekt zu höheren Preisen für medizinische Leistungen führen und sich in der Folge in einer zusätzlichen Belastung der Krankenkassenprämien niederschlagen.

5.3.5 Krankenversicherer

Versandhandel mit Arzneimitteln

Die Preisgestaltung im Arzneimittelmarkt hat direkte Auswirkungen auf die Kosten der Krankenkassen. Besonders wichtig sind dabei die sogenannten Spezialitätenlisten-

92 vgl. Schlussbericht «Einzelabgabe von Antibiotika (ELAB) – Abklärungen im Hinblick auf eine Bundesregulierung»; abrufbar unter: www.bag.admin.ch > Politik & Gesetze > Nationale Gesundheitspolitik > Gesundheitspolitische Strategien > Nationale Gesundheitsstrategien > Antibiotikaresistenzen Bereich Mensch > Einzelabgabe Antibiotika > Dokumente (Stand: 29. Oktober 2025).