Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2002/4: Parlamentarische Initiative Gotthard-Strassentunnel/A2. Bau einer zweiten Röhre (Giezendanner). · 18 Seiten
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2.5 Andere Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Frage 7:
Sehen Sie andere Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Bewältigung des ständig zunehmenden Güter- und Personenverkehrs, ohne dass das Landverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der EU verletzt würde?
Verbesserungen könnten nach Ansicht der Befürworter der Planung und des Baus einer zweiten Röhre insbesondere durch die strikte Durchsetzung der bestehenden Vorschriften oder durch eine Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen erreicht werden. Im Bereich der fahrzeugseitigen Massnahmen seien die Möglichkeiten mit den Nachbarländern auszuloten. Positiv auf die Sicherheit wirke sich auch eine Verlagerung des Güterverkehrs aus. Zudem müssten die Abstellflächen auf den Autobahnen aufgehoben werden und dafür geeignete Flächen abseits der Fahrbahn gefunden werden, auch in Absprache mit den Nachbarländern.
Eine konsequente Fortsetzung der Verlagerungspolitik wird von den Kantonen, Parteien, von der bfu sowie von den Organisationen, welche die sofortige Planung einer zweiten Röhre ablehnend beurteilen, als geeignetstes Mittel zur Steigerung der Verkehrssicherheit angesehen, da das Katastrophenrisiko mit einer Mengenbeschränkung des Schwerverkehrs erheblich gesenkt werden könne.
Die Umweltverbände und die GP möchten das Dosierungssystem beibehalten und es mit einem Reservationssystem oder einer Alpentransitbörse verbessern. OW möchte zur Optimierung des Dosierungssystems eine marktkonforme Kontingentierung einführen und eine automatische obligatorische Verkehrslenkung einsetzen. Gleichzeitig müsse die Bahn in Preis und Qualität ihre Effizienz steigern und die Angebote im kombinierten Verkehr ausbauen. Der Bund wird angehalten, sein aussenpolitisches Engagement für die Integration der europäischen Schienennetze dafür zu verstärken. GR schlägt vor, dass die SBB die Zufahrtslinien in Oberitalien übernehmen. TI verlangt die sofortige Erstellung der NEAT für den Güter- und Personenverkehr und eine S-Bahn mit der Lombardei. Diese finanziellen Anstrengungen der Schweiz verlangten spürbare Gegenleistungen der EU, z.B. in Form von Akzeptanz eines Dosierungssystems, welches die Auswirkungen auf die Umwelt, die Verkehrssicherheit und die wirtschaftlichen Bedürfnisse gleichermassen berücksichtigen sollte.
Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit werden intensivierte Schwerverkehrskontrollen, Tunnelgebühren (SZ: unter Beachtung der regionalen und nationalen Interessen; OW: zweckgebundene; NW, ZG), verbrauchsabhängige Lenkungsabgaben und andere marktwirtschaftliche Instrumente vorgeschlagen. Eine Privatperson schlägt eine europaweite massive Verteuerung des Güterverkehrs auf der Strasse vor.
Auch intelligente Systeme zur Lenkerunterstützung in Fahrzeugen und Strassenanlagen, grossräumige Verkehrslenkung mittels Telematik zur Verflüssigung des Verkehrs, allgemeine oder situativ reduzierte Höchstgeschwindigkeiten und Überholverbote, Mautgebühren auf gewissen Strecken, Haftbarmachung der Speditions- und Transportunternehmen für Verstösse gegen die ADR, spezielle Führerausweise für lange Alpentunnels und Passstrassen sowie Lkw-Fahrverbote an Pkw-Spitzentagen sollen zur Anwendung kommen. Die bfu schlägt unter anderem eine Verbesserung der Beleuchtungssituation und der Kennzeichnung der Fluchtwege (Signale in Bodennähe) sowie der Information und Ausbildung der Fahrzeuglenkenden für ihr Verhalten in Tunnels vor.