Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2002/4: Parlamentarische Initiative Gotthard-Strassentunnel/A2. Bau einer zweiten Röhre (Giezendanner). · 18 Seiten

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jetzigen Zeitpunkt wäre in verkehrs-, finanz-, staats- und umweltpolitischer Hinsicht ein falsches Signal und würde die A2-Anrainer-Kantone in eine schwierige Situation bringen. Mit einer allfälligen Planung könne erst nach der Inbetriebnahme der NEAT begonnen werden, wenn die Verlagerung ihre Wirkung zeige. Zudem sollte die Planung nur in einem Gesamtkonzept erfolgen, das die Auswirkungen auf die Verkehrsströme auf die Nord-Süd-Achse und die angrenzenden Gebiete berücksichtige (NW, ACVS). GR verlangt bei einer allfälligen Ausführung die Beschränkung des Betriebs auf eine Fahrspur pro Richtung.

LU kann sich mit einer zweiten Röhre einverstanden erklären, sobald die Umfahrung Luzern geplant und gebaut ist. Die entsprechenden Beschlüsse des Bundesrates und des Parlaments seien sofort einzuleiten.

CSP, Grüne, SPS, die Umweltverbände sowie SEV, SGB, SHS und transfair sind nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt, sondern grundsätzlich gegen die Planung einer zweiten Röhre. Eine zweite Röhre widerspreche den Grundsätzen einer nachhaltigen Mobilität, zu welcher die Bundesverfassung verpflichte. Die Planung einzuleiten, ohne die Wirkung der Verlagerungspolitik abzuwarten, sei unsinnig und kontraproduktiv und würde falsche Signale an die Transportwirtschaft und die EU aussenden. Zur Bewältigung der Schwerverkehrszunahme werde die NEAT gebaut. Laut den Umweltverbänden kann der Schwerverkehr mit dem Alpenschutzartikel und dem Verkehrsverlagerungsgesetz mehr als halbiert werden, was strassenseitige Ausbauten überflüssig mache. Zur Zeit würden die Bahnkapazitäten im Güterschwerverkehr nur zu 2/3 genutzt (30-35 Mio. t) und mit der NEAT werde eine Kapazität von 60 Mio. zur Verfügung stehen. Zudem habe die SBB vor der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels doppelt so viele Personen befördert wie heute. Eine Planung dränge sich auch nicht auf, weil die Kapazitäten an den Grenzübergängen massgeblich seien. Die Pkw-Staus, die sich auf wenige Tage im Jahr konzentrierten, könnten mit einer gezielten Bedarfssteuerung (Tunnelgebühren, Reservationssystem) und einer Attraktivitätserhöhung des Bahnangebots reduziert werden. Zudem seien die volkswirtschaftlichen Kosten von Freizeitstaus niedriger zu bewerten als Staus des Berufsverkehrs.

2.1.2 Für einen sofortigen Planungsbeginn

Kantone (4)

OW, BL, AI, TI

Parteien (3)

FDP, LPS, SVP

Übrige Organisationen und Private (28)

eco-sui, SAV, SGV, ACS, AGVS, ASTAG, AutoCH, BauenCH, CFS, CP, FRS, FSP, HK BB, HK GE, HK GR, HK SO, IKST, LRS, SBV, TCS, VP SH/ TI/ VD, VSCI, VSIG, VSS, Blatter, Roth

Vier Kantone, drei Parteien sowie 26 Organisationen sind für einen sofortigen Planungsbeginn. Der Bau einer zweiten Röhre sei aus Gründen der Verkehrssicherheit und der Systemverfügbarkeit sowie der Anbindung des Kantons Tessin an den Rest des Landes unumgänglich. TI betont, dass eine gute Anbindung ihres Kantons an die übrige Schweiz politisch und wirtschaftlich von fundamentaler Wichtigkeit sei; ebenfalls wichtig sei eine gute Verbindung zur Lombardei. Selbst wenn die Verlagerung des Güterschwerverkehrs gelingen sollte, bliebe das Problem des Personenverkehrs,