Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2002/4: Parlamentarische Initiative Gotthard-Strassentunnel/A2. Bau einer zweiten Röhre (Giezendanner). · 18 Seiten

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Die Umweltverbände sowie der SHS und SVI möchten in diesem Zusammenhang die allfällig erwünschten oder erzwungenen Grenzen des Verkehrswachstums berücksichtigt wissen. Dieses habe eine eigene Dynamik entwickelt, das sich von den realwirtschaftlichen Aktivitäten abgekoppelt habe.

2.6 Mehrverkehr und Ausbau weiterer Engpässe

Fragen 5 und 6:

• Würde eine zweite Tunnelröhre nach Ihrer Ansicht Mehrverkehr beim Güterverkehr und/oder Personenverkehr auf der Strasse mit sich bringen? Welche Regionen des Landes sehen Sie vor allem von diesem möglichen Mehrverkehr betroffen?

• Denken Sie, dass mit dem Bau einer zweiten Röhre am Gotthard auch andere Engpässe auf der A2, z.B. in Luzern, ausgebaut werden sollten?

2.6.1 Geringer Mehrverkehr

Kantone (8)

OW, SZ, GL, FR, BL, AI, GR, AG

Parteien (3)

FDP, LPS, SVP

Übrige Organisationen (27)

eco-sui, SAV, SGV, ACS, AGVS, ASTAG, AutoCH, BauenCH, CFS, CP, FRS, FSP, HK BB, HK GE, HK GR, HK SO, IKST, LRS, SBV, TCS, VP SH/ TI/ VD, VSCI, VSIG, VöV, VSS

Acht Kantone, drei Parteien und 27 Organisationen gehen von einer geringen Verkehrszunahme durch den Bau einer zweiten Röhre aus.

Beim Güterverkehr wird der durch eine zweite Röhre generierte Mehrverkehr als äusserst gering eingeschätzt, da die Wahl des Verkehrsträgers hier massgeblich von anderen Entscheidungskriterien abhänge. Die Güterverkehrsmenge werde vom Markt bestimmt (CFS) und steige unabhängig vom Bau einer zweiten Röhre an (FDP). Der Transitverkehr werde durch Wartezeiten wenig beeinflusst, wie das Beispiel Dosierungssystem zeigte (eco-sui). Auch hätte die LSVA den Trend der schnelleren Zunahme des Strassengüterverkehrs im Vergleich zum Schienengüterverkehrs nicht brechen können (SVP). Vom Bau einer zweiten Röhre könnte vor allem der Binnen-, Ziel- und Quellenverkehr profitieren, bei dem mit keiner entscheidenden Verkehrszunahme zu rechnen sei (eco-sui). Die NEAT müsse den Mehrverkehr im Gütertransport auffangen und unter Umständen müsse die Verlagerung des Transitverkehrs vorangetrieben werden (LRS).

Beim Pkw-Verkehr wird eine Zunahme von 2.5% bis 5.8% am Gotthard selber erwartet. Die damit verbundene Verkehrszunahme in den Agglomerationen von Luzern und Lugano von ungefähr 1% wäre dort kaum spürbar, selbst an den Spitzentagen nicht. Durch den Wegfall und die Reduktion der Stauzeiten erhöhe sich die Attraktivität der Gotthardachse. Die daraus resultierende veränderte Wegwahl würde die anderen Achsen wie den San Bernardino entlasten, dafür aber die A2-Anrainer-Regionen mehr belasten (eco-sui, CFS). Zudem seien die jetzigen und zu erwartenden Stauimmissionen höher als die Immissionen des zu erwartenden geringen, dafür aber flüssigen Mehrverkehrs.