Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2002/4: Parlamentarische Initiative Gotthard-Strassentunnel/A2. Bau einer zweiten Röhre (Giezendanner). · 18 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 14Fedlex · Ergebnisbericht

Ohne zusätzlichen Ausbau der Nordrampe sei eine nur geringe Verkehrszunahme möglich, da die Kapazität der Rampen vor allem in der Nord-Süd-Richtung nicht viel höher sei als die des einröhrigen Gotthard-Strassentunnel (SZ, GR, AG, VöV). Deren Ausbau wird aber abgelehnt, da er die Verlagerungspolitik und den Alpenschutzartikel beeinträchtigen würde (ZH, SZ, UR). In der Praxis seien die Zollanlagen, die Stauräume in den Schweizer Agglomerationen entlang der Transitachsen und die vorgelagerten ausländischen Agglomerationen wie z.B. Mailand kapazitätsbestimmend.

Die Staureduktion auf der kürzesten Nord-Süd-Verbindung werde bei beiden Verkehrsarten zu Mehrverkehr führen. Dagegen müssten flankierende Massnahmen ergriffen werden, wie z.B. Tunnelgebühren oder die LSVA (IKST, CVP). Die FDP sieht die grösste Zunahme auf der A2 und verlangt Massnahmen zur Verflüssigung des Verkehrs und für den Lärmschutz der Anrainer. Der VSS regt an, in einer ersten Phase auf die doppelspurige Verkehrsführung im Tunnel zu verzichten.

2.6.2 Mehrverkehr mit negativen Folgen

Kantone (9)

SO, JU, BS, SH, NE, GE, NW, ZG, VS

Parteien (4)

CSP, EDU, Grüne, SPS

Übrige Organisationen und Private (23)

AefU, AlpenIni, GRE, IGöV, IG Velo, KAN, PN, SEV, SES, SGB, SHS, SHV, SVI, transfair, UVR, VCS, VöV, VP FR/SH/TI, WWF, Blatter, Roth

Neun Kantone, vier Parteien und 21 Organisationen sowie zahlreiche Mitglieder des SGeV und des SStV rechnen mit einem Anstieg aller Verkehrsarten (Ferien-, Freizeit- und Güterverkehr) und einer Verlagerung der Stauproblematik. Davon würden die Zufahrtsachen, der zentrale Alpenraum, die A2-Anrainer-Kantone und dort insbesondere die Agglomerationen von Luzern, Basel, Chiasso und Lugano sowie die A4, Gebiete östlich und westlich des Gotthards und des Mittellandes betroffen.

Folgende Abschnitte werden als besonders gefährdet betrachtet: Härkingen-Rothrist (A1/A2) und Luzern (A2, A14) (SO), die bereits überlasteten Zollanlagen (BS, NE, ZG), übrige Alpenpässe, Tessin, Innerschweiz (SH), Luzern, Kanton ZH im Norden, Kanton TI im Süden (GE), Luzern, Egerkingen, Belchen-Tunnel, Knonauer Amt (ZG). Auf dem Gebiet ihrer Kantone sei der mit einer zweiten Röhre verbundene Mehrverkehr nur schwierig abzuschätzen (ZH, SZ). NW befürchtet einen Verkehrskollaps auf der A2 nördlich von Luzern und zwischen Hergiswil und Luzern. Die Erschliessung des Kantons und sein Anschluss an die Agglomerationen von LU, ZG über diese Strecke sei für NW ein zentraler Standortfaktor. Neben anderen Engpässen müssten auch die Nordrampe und die Verbindung Luzern-Süd-Lopper, die für OW den Lebensnerv darstellt, ausgebaut werden (OW). Im TI müssten die Engpässe in Lugano Süd, Mendrisio und am Zoll behoben werden.

Der Bau einer zweiten Röhre könnte eine Signalwirkung auf den Ausbau von anderen Engpässen haben und ohnehin notwendige Investitionen früher notwendig machen (AG, VCS, VöV). Die Umweltverbände monieren, dass der Horizont der Studien, auf die sich die Befürworter einer zweiten Röhre berufen, zu kurz greife (2010),