Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2005/90: Änderung der FDV betreffend die Grundversorgung · 43 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 10Fedlex · Erläuternder Bericht

Interesse daran haben, dass den Benutzerinnen und Benutzern des öffentlichen Telefondienstes die Kommunikation mit Institutionen und öffentlichen Diensten, Ärzten und Spitälern, Betrieben des öffentlichen Verkehrs, kommerziellen Anbietern, Banken, Verwaltungen usw. erleichtert wird. Aus sozialen Gründen liegt es ebenfalls im Interesse des Staates, dass die Bewohner untereinander kommunizieren können.

Auch wenn der Dienst von den Benutzerinnen und Benutzern sehr geschätzt wird, so liegt er doch auch im Interesse der Telefondienstanbieterinnen, die von leicht zugänglichen Verzeichnisdaten profitieren können, weil dadurch die Herstellung von Verbindungen erleichtert wird, wodurch sich ihr Umsatz steigert.

Der Auskunftsdienst zu den Teilnehmerverzeichnissen, in der Bevölkerung bestens bekannt unter der Kurznummer „111“, wird von der gesamten Bevölkerung rege genutzt. Er wird im Allgemeinen über die Kurznummern 111, 115x und 18xy angeboten. Wie die Statistiken zeigen, ist aber die jährliche Zahl der Anrufe auf diese Dienste (Kurznummern 111 und 18xy) im Laufe der Jahre zurückgegangen. Dies ist zum Teil auf das Vorhandensein verschiedener Alternativen zurückzuführen (siehe Ausführungen weiter unten). Zudem können moderne Endgeräte selber Telefonnummern und Adressen speichern, sodass sich eine Nachfrage beim Auskunftsdienst erübrigt. Trotzdem bleibt die 111 die meistbenutzte Kurznummer in der Schweiz. Die Marktdurchdringung ist deshalb als hoch einzustufen.

Auf dem Markt gibt es zurzeit mehrere Anbieterinnen von Auskunftsdiensten zu den Teilnehmerverzeichnissen, die über die traditionellen Nummern 111 oder 115x, aber auch über die neuen 18xy-Kurznummern erreichbar sind. Anbieterinnen von Auskunftsdiensten wurden bis heute 9 Kurznummern des Typs 18xy zugeteilt, wovon mehrere in Betrieb und öffentlich zugänglich sind. Bezüglich Wettbewerb im Bereich elektronischer Auskunftsdienste ist das ETV von Swisscom Directories bereits ein vollständig kommerzieller Dienst. Neben den Internetdiensten www.weisseseiten.ch und www.gelbeseiten.ch ist speziell der Dienst der Post tel.search.ch zu erwähnen.

Es gibt mehrere Alternativen zum Verzeichnisdienst der Grundversorgung:

• Swisscom Directories bietet mit den bekannten Telefonbüchern den Inhalt des ETV in Papierform an. Der Band des eigenen Wohngebietes ist normalerweise im Preis für den Telefonanschluss inbegriffen. Die anderen Bände kann man nach Bedarf kaufen.

• Elektronische Datenträger bieten die Informationen der Swisscom Directories in einer geeigneten Form für PC den Benutzerinnen und Benutzern an. Solche Lösungen kann man entweder auf CD-ROM kaufen oder vom Internet herunterladen.

• Eine Online-Abfrage über das Internet ist teilweise möglich. Dank Suchmaschinen wie

z. B. Google findet man Kontaktinformation über Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Vereine usw. Diese Informationen sind in der Regel nicht vollständig; insbesondere können Angaben über Privatpersonen fehlen. Deswegen ist das Internet nur eine beschränkte Alternative.

Da die Verfügbarkeit des Dienstes nicht auf eine Technologie beschränkt ist, kann der Dienst als technologieneutral bezeichnet werden. Elektronische Telefonverzeichnisse sind über verschiedene Datendienste abrufbar, und der telefonische Auskunftsdienst kann von jedem Telefonapparat aus über eine Telefonverbindung erreicht werden.

c Schlussfolgerung

Obwohl die Aufhebung der Grundversorgungspflicht, einen Informations- und Auskunftsdienst zu den Teilnehmerverzeichnissen zu gewährleisten, eine gewisse Besorgnis auslösen könnte, ist diese Verpflichtung aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr gerechtfertigt. Der Markt deckt die Konsumentenbedürfnisse bereits vollumfänglich ab, und dies trotz der