Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2005/90: Änderung der FDV betreffend die Grundversorgung · 43 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 20Fedlex · Erläuternder Bericht
Der Wettbewerb unter den Anbieterinnen ist genügend. Telefaxverbindungen können über fast jeden Telefonanschluss betrieben werden. Ausnahmen bilden einige Anschlüsse mit 'Voice over IP'-Diensten, die Telefax nicht optimal unterstützen. Einige VoIP-Dienste bieten jedoch ausreichende Qualität, damit Telefaxverbindungen hergestellt werden können.
Alternativen zu Telefaxverbindungen sind vorhanden, da eine E-Mail die Übertragung elektronischer Dokumente jeder Art erlaubt. Die Telefaxverbindung ist deshalb durch E-Mail substituierbar. Die meisten Dokumente sind heutzutage sowieso in elektronischer Form verfügbar. Andernfalls können Papiervorlagen eingescannt und per E-Mail verschickt werden.
Die Unverzichtbarkeit und Schutzwürdigkeit des Dienstes ist dennoch teilweise gegeben, da heute noch KMU und Hotels auf Telefaxverbindungen angewiesen sind. Ohne diesen Dienst wären sie teilweise in ihrer wirtschaftlichen Aktivität behindert. Ausserdem ist es für die Polizeiorgane wichtig über eine möglichst grosse Auswahl an Kommunikationswege, die eine gewisse Sicherheit garantieren, zu verfügen. Vor diesem Hintergrund würden die Telefaxverbindungen eine alternative Kommunikationsmöglichkeit bieten, falls die Informatiknetze ausfielen. Hierbei ist auch der Aspekt der nicht zu vernachlässigenden polizeilichen Kooperation zu beachten, da eine Vielzahl inländischer und ausländischer Polizeiorgane auf diesen Kommunikationsweg zurückgreift.
Fast jeder Telefonanschluss kann auch Faxverbindungen übertragen. Fehlt diese Fähigkeit, bestehen Adapterfunktionen zwischen der Telefaxverbindung und anderen Technologien wie Mobilfunk und Internet. Aus dieser Sicht ist der Dienst technologieneutral.
c Schlussfolgerung
Insbesondere die flächendeckende Verfügbarkeit von zahlreichen Angeboten im Wettbewerb sowie die Möglichkeit zur Substitution sprechen für eine Streichung von Telefaxverbindungen aus der Grundversorgung. Jedoch ist eine Aufrechthaltung dieser Leistung in dem Masse angezeigt, wie sie noch das Bedürfnis sowohl einer gewissen Anzahl KMU und Hotels als auch von Polizeiorganen befriedigt.
4.4 Schmalband-Mobilfunkanschluss
a Marktanalyse
Im Wesentlichen teilen sich drei Anbieterinnen den Schweizer Mobilfunkmarkt auf, allerdings mit sehr unterschiedlichen Marktanteilen. Gemessen an der Kundenzahl betrug der Marktanteil von Swisscom Mobile Ende 2004 62,1%, während der Anteil von Sunrise 18,9% und derjenige von Orange 18,1% betrug. Die restlichen 0,9% entfielen hauptsächlich auf Tele2.
Die verschiedenen Unternehmen haben mehrere Dutzend unterschiedliche Angebote auf den Markt gebracht, wobei in erster Linie zwischen Prepaid-Angeboten – die Ende 2004 39,7% des Marktes ausmachten – und Angeboten mit Bezahlung eines monatlichen Abonnements zu unterscheiden ist. Abgesehen von diesem wichtigen Unterscheidungskriterium passen die Anbieterinnen ihre „Postpaid“-Produkte nach folgenden Variablen an: Alter, Gratis-SMS oder Anzahl im Abonnement inbegriffene SMS, Anzahl im Abonnement inbegriffene Verbindungsminuten. Was die Telefonietarife betrifft, variieren diese nicht nur nach Produkt, sondern auch nach der Tageszeit, zu der die Teilnehmerin oder der Teilnehmer telefoniert (Normal-, Nieder-, Nacht- oder Wochenendtarif), nach Anrufdestination (Fest- oder Mobilfunknetz, Mobilfunknetz der Anbieterin oder einer Konkurrentin) und nach der gesamten Verbindungsdauer (Mengenrabatt). Auch bei den Prepaid-Karten gibt es preisliche Unterschiede, je nachdem ob sie mit Kreditkarten aufgeladen werden oder nicht.