Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2005/90: Änderung der FDV betreffend die Grundversorgung · 43 Seiten

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7.1 Für das Telefonieren verwendete Anschlusstypen

Um zu telefonieren, ziehen 80% der Haushalte einen klassischen analogen Anschluss, 18% hingegen einen digitalen Anschluss (vgl. ISDN) vor. Die übrigen Haushalte setzen neuere Technologien ein, z. B. die Telefonie über Kabelmodem. 2001 ging aus einer Umfrage der gleichen Art hervor, dass 17% der Haushalte einen ISDN-Anschluss verwendeten. Somit hat die Aufnahme des ISDN-Anschlusses in die Liste der Grundversorgungspflichten ab 2003 keine bedeutende Erhöhung der Nachfrage der Haushalte nach sich gezogen. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die Grundversorgung weniger als Instrument zur Nachfrageförderung als vielmehr als Sicherheitsnetz eingesetzt werden sollte, das allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von ihrem Status und Wohnort – den Zugang zu einer als grundlegend erachteten Dienstleistung zu vernünftigen Bedingungen garantiert. Vorbehalten bleiben natürlich die Schlussfolgerungen, die man aus einer allfälligen Erhöhung der Nachfrage der Unternehmen im gleichen Zeitraum ziehen könnte. Insgesamt zeigen aber die statistischen Daten betreffend den ISDN-Anschluss seit 2003 eine rückläufige Tendenz13.

Was den für das Telefonieren verwendeten Anschlusstyp betrifft, konnte kein Unterschied zwischen den peripheren und den übrigen Regionen festgestellt werden. Hingegen sind ISDN-Anschlüsse in der Deutschschweiz stärker verbreitet.

7.2 Internetanschlüsse

62% der befragten Haushalte verfügen über einen Internetanschluss. Während es keinen Unterschied zwischen den Sprachregionen sowie zwischen den peripheren und den übrigen Regionen gibt, sind dort Trennlinien festzustellen, wo sie von vornherein zu erwarten waren. So haben Haushalte, die über komfortable finanzielle Ressourcen verfügen und in denen anscheinend eher junge Menschen mit einem guten Bildungsniveau leben, vergleichsweise häufig einen Internetzugang. Es gibt also deutliche Anzeichen für das Bestehen eines digitalen Grabens in unserem Land, unabhängig von der Tatsache, dass auf dem Markt leistungsstarke und innovative Internetanschlüsse angeboten werden.

Nur eine Minderheit (20%) der Personen, die in Haushalten ohne Internetzugang leben, nutzt das Internet andernorts, zum Beispiel am Arbeitsplatz, und 81% haben nicht vor, in den folgenden sechs Monaten einen Internetanschluss einzurichten. Die übrigen 4% bestehen aus Unentschlossenen. Die am häufigsten genannten Gründe für den Verzicht auf einen Internetanschluss sind das fehlende Interesse für das Internet (63%) bzw. die Tatsache, dass der Haushalt über keinen PC verfügt (18%).

Von den Haushalten mit Internetzugang haben 53% einen „Dial-up“-Zugang (analoge und ISDN-Anschlüsse) und 45% einen Breitbandanschluss (ADSL- und Kabelmodem-Anschlüsse). Interessanterweise haben die Haushalte in den Randregionen vergleichsweise häufig einen Breitbandanschluss. Dies könnte ein Beleg dafür sein, dass das Internet als Mittel eingesetzt wird, um die allfällige Benachteiligung durch die Entfernung vom Zentrum und dessen Funktionen wettzumachen. In diesem Sinne könnte das Internet helfen, distanzbedingte Hindernisse zu überwinden.

7.3 Zufriedenheitsgrad betreffen Qualität und Preise

Obwohl leichte Unterschiede je nach Dienstleistungstyp festzustellen sind, sind die allermeisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Dienstqualität äusserst zufrieden. Sehr

13 2004 ging die Zahl der ISDN-Anschlüsse im Vergleich zum Vorjahr um 0,3% zurück. Quelle: BAKOM, Fernmeldestatistik, Entwicklung bis zum 31.12.2004 für bestimmte Indikatoren, Sammlung aus diversen Quellen, Biel, Mai 2005, Tabelle 2.2.1, S. 9.