Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2006/125: Vereinfachung des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer · 311 Seiten
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∑ Motion Müller (06.3262): Vereinfachung der Mehrwertsteuer durch anwender-
freundliche Publikation aller Instruktionen und Entscheide auf Internet; konsequente Umsetzung der Systematik der Mehrwertsteuer; Pragmatismus statt Perfektionismus in der Verwaltungspraxis;
∑ Postulat Gutzwiller (06.3376): Mehrwertsteuer beeinträchtigt Gesundheitsvor-
sorge;
∑ Motion Imfeld (06.3733): Vorsteuerabzug auf längerfristigen Investitionen;
∑ Motion Imfeld (06.3734): Vorsteuerabzug für Start-Up-Unternehmen;
∑ Motion Darbellay (06.3873): Vereinfachung der Mehrwertsteuer.
1.1.6 Untersuchungen von dritter Seite zur Mehrwertsteuer
Die Schweizer Wirtschaft ist sehr direkt von der Mehrwertsteuer betroffen. Während diesem Umstand anfänglich eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, beziehen heute die Unternehmen mehr und mehr auch Fragen der Mehrwertsteuer von Anfang an in ihre unternehmerischen Überlegungen und Entscheide mit ein. In diesem Zusammenhang ist auf vier Publikationen hinzuweisen, die über die Belastung der Wirtschaft durch die Mehrwertsteuer erschienen sind:
∑ Der Schweizerische Gewerbeverband führte bei seinen 283 Mitgliedsverbänden
eine Umfrage durch und veröffentlichte deren Ergebnisse im September 2003 unter dem Titel „Administrative Belastung der KMU durch die Mehrwertsteuer“.20 Gefragt wurde dabei nach den Gesamtkosten aller administrativer Arbeiten, die ein KMU (oder ein Dritter - z. B. ein Treuhänder - in seinem Namen) ausführen muss, um dem Mehrwertsteuergesetz gerecht zu werden.
∑ Eine weitere Umfrage führte die Firma PricewaterhouseCoopers durch. Sie pub-
lizierte deren Ergebnisse im April 2004 unter dem Titel „Wieviel ist die Mehrwertsteuer wert?“.21 An dieser Umfrage, bei welcher es vor allem um die Beurteilung der MWST-Risiken durch die Unternehmen und das Verhältnis zur ESTV ging, nahmen rund 600 Unternehmen teil.
∑ KPMG Schweiz und das Institut für Rechnungswesen und Controlling der Uni-
versität Zürich untersuchten im Jahr 2004, welchen Stellenwert Mehrwertsteuerrisiken und deren Handhabung bei den Unternehmen haben und wie das Mehrwertsteuer-Management ausgestaltet ist. Diese Umfrage richtete sich an die 500 umsatzstärksten Unernehmen der Schweiz sowie an die jeweils 20 grössten Banken und Versicherungen und erzielte eine Rücklaufquote von 33 Prozent.22 Unter den Ziffern 3.2.1 und 3.4.1 wird auf diese Studie näher eingegangen.
∑ Schliesslich wurde im Herbst 2006 durch die Weltbank und Pricewaterhouse-
Coopers LLP ein Steuerreport veröffentlicht, welcher sich unter anderem auch
20 abrufbar im Internet unter: www.sgv-usam.ch/cgi-bin/dokumente/mwst_bericht_d.pdf.
21 abrufbar im Internet unter: http://www.pwc.ch/user_content/editor/files/publ_tls/pwc_mwst_600_ch_unternehmen_d .pdf.
22 abrufbar im Internet unter: www.kpmg.ch/library/publikationen_studien/12175.asp.