Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/113: Totalrevision Bundesgesetz vom 17. März 1972 über die Förderung von Turnen und Sport. Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport · 40 Seiten
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sanktionen zeitigen daher eine höhere generalpräventive Wirkung als staatliche Strafen.
Parallel dazu werden die Rechtsgrundlagen für die als Stiftung konstituierte nationale Agentur für Dopingbekämpfung konkretisiert, welche ihre Tätigkeit am 1. Juli 2008 aufnehmen wird. Im Vordergrund steht die Klärung der Aufgabenteilung zwischen Sportverbänden (Kontrollen) und Bundesbehörden (Prävention und Forschung). Die Hauptverantwortung für die Dopingbekämpfung liegt bei den Sportverbänden. Der Bund unterstützt deren Massnahmen und nimmt so die ihm zustehende Verantwortung wahr.
Faires Verhalten im Sport beruht auf ethischen Prinzipien. Deren Durchsetzung obliegt vorab den Sportverbänden. In diesem Sinne haben Swiss Olympic und das Bundesamt für Sport eine Ethik-Charta entwickelt. Auf der Grundlage des Leitsatzes "For the Spirit of Sport" sind Verbände und Vereine gefordert, die Botschaften der Ethik-Charta im Sportalltag umzusetzen. Dem Bund kommt dabei eine subsidiäre Rolle zu, indem er sich im öffentlichen Interesse dazu verpflichtet, Auswüchse und Missbräuche im Sport zu bekämpfen. Dazu gehören Massnahmen gegen Doping, Gewalt, Rassismus, Diskriminierung und sexuelle Übergriffe.
3.3.3 Jugend+Sport
Jugend+Sport ist eine Erfolgsgeschichte. Das System hat sich in den vergangenen vierzig Jahren bewährt. Weitreichende Änderungen sind nicht angezeigt. Jugend+Sport ist nach dem Milizprinzip organisiert und verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt einer konsequenten Einbindung der Verbände und Vereine in den Programmvollzug.
Als Neuerung wird vorgeschlagen, dass auch für Kinder ab fünf Jahren (J+S Kids) ein auf diese Altersgruppe zugeschnittenes Angebot bereitgestellt wird. Dieses Angebot ist in einem breiteren Zusammenhang zu sehen und soll dazu beitragen, die tägliche Bewegungszeit nicht nur der fünf- bis zehnjährigen Kinder, sondern der Menschen aller Altersstufen zu erhöhen. Im Hinblick auf die Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten ist eine polysportive Ausbildung für fünf- bis zehnjährige Kinder von zentraler Bedeutung.
Kinder leiden zunehmend unter Bewegungsmangel. Immer mehr Kinder sind haltungsschwach, motorisch ungeschickt oder übergewichtig. Diese Erkenntnis ist unbestritten und durch empirische Studien belegt. Regelmässige altersgerechte Bewegung und ausgewogene Ernährung tragen dazu bei, dass Kinder gesund aufwachsen und sich psychisch und sozial gut entwickeln. Kinder entwickeln ein gesundes Verhältnis zu Bewegung und Sport und damit auch zum eigenen Körper.
Die tägliche Sport- und Bewegungsstunde soll für Kinder zur Selbstverständlichkeit werden. Dieses Ziel kann erreicht werden, wenn Schule und Sportvereine eng zusammenarbeiten. Breit gefächerte Angebote sollen alle Kinder erreichen. Das Projekt J+S Kids ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Es fördert die Leistungsfähigkeit der Jugend und deren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Regelmässige Bewegung verbessert die Lebensqualität und das gesundheitliche Wohlbefinden. Dies wiederum hat positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesundheits- und Sozialversicherungskosten.