Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 25 Seiten
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wichtsepidemie mit gezielten Massnahmen zu begegnen. Wenn hingegen bei der NPEB-Vorlage der Eindruck erweckt werde, dass ein Projekt von dieser gesellschafts- und gesundheitspolitischen Tragweite sozusagen zum Nulltarif im Rahmen der heute bereits verfügbaren ordentlichen Mittel zu realisieren sei, dann werde ein gefährlicher Ettikettenschwindel betrieben. Zudem sei eine nachhaltige Übergewichts- bzw. Adipositas-Prävention mit dem Ziel einer Trendumkehr eine Generationen-Aufgabe. Der für die Umsetzung vorgesehene Zeitraum von fünf Jahren sei angesichts der Komplexität der zu lösenden Probleme unrealistisch.
Für santésuisse gelten Ernährung und Bewegung grundsätzlich als individuelle Angelegenheit und beruhen auf der Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Staat und Behörden sollten hierbei eine weitgehend subsidiäre Funktion übernehmen. Santésuisse unterstütze jedoch Bestrebungen, welche mit gezielten und koordinierten Massnahmen in den Bereichen Ernährung und Bewegung einen Beitrag an die Gesundheitsförderung und zur Verhinderung von Folgekrankheiten leiste. Der Gesetzgeber sehe Präventionsleistungen als keine Pflichtleistungen der Obligatorischen Krankenpflege (OKP) an (ausgenommen seien bestimmte Leistungen der medizinischen Prävention gefährdeter Personen). Dementsprechend dürfe das NPEB zu keiner Ausdehnung des Leistungskatalogs der OKP führen. Zudem sei es unabdingbar, dass die Vorarbeiten für ein Präventions- bzw. Gesundheitsförderungsgesetz und die Programmentwicklung NPEB 2008 – 2012 eng aufeinander abgestimmt werde.
Für die Stiftung Konsumentenschutz SKS ist es dringend notwendig, dem wachsenden Problem des Übergewichtes die adäquate Aufmerksamkeit und entsprechende Strategien entgegenzusetzen. Allerdings hegt die SKS Zweifel, ob die Nahrungsmittelindustrie ihre wichtige Rolle auf freiwilliger Basis wirkungsvoll und verbindlich einnimmt. Deshalb sollten regulatorische Massnahmen von Anfang an andiskutiert werden.
Für die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zhaw zielt das NPEB in die richtige Richtung. Die Zunahme der übergewichtigen, resp. adipösen Personen auf der einen Seite, der untergewichtigen auf der anderen Seite, habe in den letzten Jahren trotz Anstrengungen von verschiedener Seite Formen angenommen, die einen dringenden Handlungsbedarf erfordere. Anstrengungen zu Veränderungen im Ernährungsverhalten seien allerdings nicht in einigen Jahren, sondern in Jahrzehnten zu erreichen. Die Schweiz. Akademische Gesellschaft für Umweltforschung und Ökologie saguf unterstützt das NPEB, stellt aber fest, dass im Programm Aspekte der Umwelt und Nachhaltigkeit nur am Rande erwähnt werden. Umwelt und Gesundheit müssten untrennbar gemeinsam betrachtet werden, um den Trend hin zu Wohlstandskrankheiten, schlechten Ernährungs- und Mobilitätsgewohnheiten nachhaltig zu bremsen oder gar umzukehren. Die Problematik des zunehmenden Übergewichtes der Schweizer Bevölkerung sei mit der Siedlungs- und Strukturpolitik sowie der Entfremdung des Menschen von einer natürlichen und umweltgerechten Lebenswelt verknüpft. Deshalb sei es unabdingbar, dass solcher struktureller Prävention genügend Platz eingeräumt werde.