Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/10: Verordnung über den nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung · 14 Seiten
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Anhörung zum Verordnungsentwurf über den nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung
Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) entwickelte daher die Instrumente, die im vorliegenden Verordnungsentwurf rechtlich verankert werden. Jeder Schweizer Berufsbildungsabschluss wird einem Niveau des NQR-CH zugeordnet. Zugleich wird für jeden Abschluss ein Diplomzusatz erarbeitet. Sowohl das NQR-CH-Niveau als auch der Diplomzusatz sind nicht personengebunden, sondern sie beziehen sich jeweils auf einen Berufsbildungsabschluss. Mit diesen beiden Instrumenten wird aufgezeigt, wozu eine Person mit einem bestimmten Abschluss befähigt ist.
Das Niveau des NQR-CH wird auf dem Diplomzusatz als grundlegende Einstufung des Abschlusses aufgeführt. Zusammen mit den weiteren Informationen des Diplomzusatzes hilft es Arbeitgebenden, sich ein Bild von den Fähigkeiten der Absolventinnen und Absolventen zu machen. So sehen sie auf einen Blick, für welche Aufgaben sich die Bewerberin oder der Bewerber eignet. Der Diplomzusatz soll Berufsbildungsabsolventinnen und -absolventen in Zukunft zusammen mit dem eidgenössischen Berufsattest, Fähigkeitszeugnis, Fachausweis oder Diplom abgegeben werden. Gemeinsam sorgen NQR-CH und Diplomzusatz für mehr Transparenz bei Schweizer Berufsbildungsabschlüssen. Dadurch wird die Schweizer Berufsbildung attraktiver, die Chancen auf erfolgreiche Bewerbungen auch im Ausland steigen und folglich wird die Mobilität gefördert. Das Berufsbildungssystem der Schweiz sowie die Titelsystematik bleiben dabei unverändert.
1.2.2 Der nationale Qualifikationsrahmen der Schweiz und der europäische Qualifikationsrahmen
Der NQR-CH ist ein Raster, welches aus acht Niveaus besteht. Jeder Schweizer Berufsbildungsabschluss wird einem dieser acht Niveaus zugeordnet. Die Schweiz ist nicht das einzige Land, welches einen solchen Rahmen erarbeitet. Alle Länder der EU sowie zahlreiche aussereuropäische Länder wie beispielsweise Kanada, Südafrika, Indien oder Neuseeland sind dabei, einen NQR zu erarbeiten oder haben diesen bereits entwickelt. Damit die Berufsbildungsabschlüsse nicht nur national eingeordnet werden, sondern auch länderübergreifend verständlicher und transparenter werden, hat die EU den EQR entwickelt. Der EQR ist – ähnlich wie die verschiedenen NQR – ein aus mehreren Niveaus bestehendes Raster. Er dient als eine Art Übersetzungsinstrument. Jedes Niveau des NQR-CH wird einem entsprechenden Niveau des EQR zugeordnet. So können beispielsweise französische Arbeitgebende einen Schweizer Berufsbildungsabschluss besser einstufen, da sie wissen, welchem Niveau dieser Abschluss im französischen Qualifikationsrahmen entspricht.
Für das Schweizer Berufsbildungssystem eignet sich die im Rahmen des Kopenhagen-Prozesses
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geschaffene Systematik des EQR gut. Der EQR und der NQR-CH wurden ergebnisorientiert erarbeitet. Dem schweizerischen Berufsbildungssystem mit einem starken Fokus auf Praxiserfahrung kommt diese Ergebnisorientierung zugute, da so der tatsächliche Wert der Abschlüsse angemessen dargestellt werden kann. Bei der Erarbeitung des NQR-CH wurde daher darauf geachtet, dass die Praxiserfahrung in den Niveaubeschreibungen genügend berücksichtigt ist und abgebildet werden kann. Die Ergebnisorientierung und die Berücksichtigung der Praxiserfahrung dienen dazu, dass alle Berufsbildungsabschlüsse adäquat und differenziert (Abschlüsse gleicher Art sind nicht zwingend auf dem gleichen Niveau des NQR-CH) eingeordnet werden können.
1.2.3 Diplomzusätze für Berufsbildungsabschlüsse
Für jeden Berufsbildungsabschluss wird ein Diplomzusatz erarbeitet. Dieser wird den Absolventinnen und Absolventen zusammen mit dem Abschlussdiplom bzw. -zeugnis abgegeben. Auf dem Diplomzusatz wird das Niveau des Abschlusses im NQR-CH aufgeführt. Des Weiteren wird beschrieben, wozu eine Person mit dem entsprechenden Abschluss befähigt ist.
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Die Beschreibungen des Diplomzusatzes basieren auf den existierenden Basisdokumenten der Berufsbildungsabschlüsse. Der Diplomzusatz beinhaltet keine neuen Informationen, sondern hat den
3 Die ergebnisorientierte (outcome-orientierte) Beschreibung von Abschlüssen weist die erworbenen Bildungsleistungen aus. Bei der Ergebnisorientierung zählt, was jemand mit einem Abschluss kann und nicht, wie lange diese Person welche Ausbildungsstätte besucht hat. 4 Mit Basisdokumenten sind diejenigen Dokumente gemeint, die jedem Abschluss zugrundeliegen: Bildungsverordnungen, Bildungspläne und Rahmenlehrpläne bei der Berufsmaturität für Abschlüsse der beruflichen Grundbildung, Rahmenlehrplä- 512.164/2011/07633 \ COO.2101.108.5.401466 5/14