Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 24 Seiten

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Der SGB ist der Meinung, dass die olympischen Winterspiele mittlerweile eine Dimension angenommen hätten, die automatisch zum Gigantismus führe. Auch die SP, WWF, GPS, mw,

SVS, VCS, CIPRA, SL, vbu, Travail.Suisse und Pro Natura führen aus, dass sportliche

Grossveranstaltungen in den Alpen zu einer hohen Belastung und zu Beeinträchtigungen für die Umwelt und Gesellschaft führen und kaum je nachhaltig ablaufen würden, sondern in der Regel nur kurzfristige Effekte hätten. Um dies zu verhindern, müssten die olympischen Spiele redimensioniert werden. Die diesbezügliche Bereitschaft von Seiten IOC sei aufgrund der bisherigen Erfahrungen nicht wirklich spürbar. Die SP führt weiter aus, dass sie Zweifel hege, dass die Grundsätze der Nachhaltigkeit und Innovation im Kontext des Olympiaprojekts umgesetzt werden können.

GPS, VCS, mw, CIPRA, SVS, WWF, SL, vbu und Pro Natura begrüssen Vorhaben zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums. So auch den vom Verein Graubünden 2022 angestossenen Prozess „Nachhaltigkeit – Innovation - Vermächtnis“. Ein solches Vorhaben solle jedoch unabhängig von einer Olympiakandidatur realisiert und nicht durch unvorhersehbare Entwicklungen beeinträchtigt werden.

Die SP findet es problematisch, dass detaillierte Beurteilungen der Umweltauswirkungen sowie eine Abwägung zwischen Eingriffs- und Schutzinteressen im weiteren Verlauf der Arbeiten – und somit erst nach einer allfälligen Annahme in der Volksabstimmung – vorgenommen werden sollen. SP, WWF, SVS, SL, vbu, Pro Natura fragen sich, wie sich der Schutz- vor dem Nutzungsgedanken durchsetzen liesse, wenn gegenüber dem IOC bereits Verpflichtungen bestehen würden. Anlagen in St. Moritz und Davos könnten zudem in Konflikt mit den Vorschriften des Wald- und des verfassungsmässig garantierten Moorschutzes stehen. Es sei unmissverständlich festzuhalten, dass die Auflagen in Bezug auf die Umwelt ohne Abstriche einzuhalten seien. Die Aussagen im erläuternden Bericht, dass im Einzelfall allenfalls Klärungsbedarf bezüglich des gesetzlichen Wald- und Moorschutzes bestehe und dass für die Realisierung der Sportinfrastruktur punktuelle Waldrodungen erforderlich seien, würden im Widerspruch zur propagierten Nachhaltigkeit stehen. Gemäss WWF, SVS, SL, vbu, Pro Natura seien Beschneiungsanlagen und Speicherseen, der Wasser-, Energieverbrauch und Klimaschutz bisher kein Thema gewesen. Es sei daher fraglich, wie die Natur- und Landschaftswerte geschützt und ökologisch vorbildliche Infrastrukturen für die olympischen Winterspiele entstehen sollen.

Die SP kritisiert, dass das Kandidaturdossier für die Behörden gegenüber dem IOC verbindlich sei, bevor der kantonale Richtplan nachgeführt und bewilligt sei und bevor die für die Olympiabauten notwendigen ordentlichen Baubewilligungsverfahren im Kanton Graubünden durchgeführt würden.

Gemäss GPS, VCS, mw, CIPRA, SL, vbu seien Belange von Umwelt und Nachhaltigkeit themenübergreifend. Für ein nachhaltiges Projekt sei es deshalb von grösster Bedeutung, dass zumindest die dafür verantwortliche Stelle als Querschnittsfunktion im Organigramm der Kandidatur angesiedelt wäre, damit eine umfassende Berücksichtigung aller Aspekte der Nachhaltigkeit überhaupt sichergestellt werden könne.

Der WWF steht olympischen Spielen grundsätzlich positiv gegenüber, verlangt jedoch klar nachhaltige Spiele, die einen Mehrwert für die Umwelt und Gesellschaft bringen. WWF, SVS, SL, vbu und Pro Natura begrüssen die erklärte Absicht der Bundesrates, keine gigantischen, sondern unseren Verhältnissen angepasste Spiele durchführen zu wollen. Sie bedauern jedoch, dass diese Nachhaltigkeitsprüfung nicht schon zu einem viel früheren Zeitpunkt erfolgt sei, um die gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und ökologische Relevanz dieser Spiele für die Schweiz zu prüfen und zu diskutieren. Gemäss WWF, VCS, mw, CIPRA, SVS, SL, vbu, Pro Natura sei bei einer Gegenüberstellung der zu erwartenden positiven wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Effekte mit den effektiven Auswirkungen von olympischen Spielen die Gesamtbilanz jeweils negativ ausgefallen.

SVS, SL, vbu, Pro Natura weisen darauf hin, dass das ANU (Amt für Natur und Umwelt Kanton GR) bei seiner Einschätzung offenbar einem Irrtum bei der Anwendung des NHG unterlegen sei. Die Möglichkeit, mit Ersatzmassnahmen erfolgte Eingriffe teilweise heilen zu können, dürfe im Rahmen der Interessenabwägung bei der Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit eines Vorhabens keinen Einfluss haben. Das Versprechen, dass wenn etwas rechtlich nicht gehe, es