Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten
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Beitrag für die verladende Wirtschaft
Bahninfrastruktur und güterverkehrsspezifische Bahnanlagen und die darauf erbrachten Güterverkehrsangebote bilden ein wichtiges logistisches Rückgrat der schweizerischen Wirtschaft. Verschiedene Marktsegmente, u.a. die chemische und metallverarbeitende Industrie sowie der Detailhandel, stützen ihre transportlogistischen Prozesse heute und gemäss den Marktprognosen auch in Zukunft auf die Angebote im Schienengüterverkehr ab. Vielfach ist der Bahntransport vollständig in die komplexen Produktions- und Logistikprozesse integriert. Dies schlägt sich auch in bedeutsamen Investitionen dieser Unternehmen in bahnspezifische Transport- und Logistikinfrastrukturen (Ladeeinrichtungen, Anschlussgleise) nieder.
Für die in diesen Branchen aktiven Unternehmen bieten Schienenverkehrsangebote Vorteile in Bezug auf Berechenbarkeit und Pünktlichkeit auf Basis eines festen Fahrplans sowie aufgrund der Transportleistungsfähigkeit. Das Transportsystem Strasse hingegen ist stauanfällig, was sich negativ auf Berechenbarkeit und Pünktlichkeit auswirkt.
Beitrag zur Entlastung der Strasseninfrastrukturen
In den Ballungsgebieten sind die Infrastrukturkapazitäten auf der Strasse und der Schiene knapp. Es ist schon heute unterlässlich, dass beide Verkehrsträger für den Gütertransport genutzt werden und sich gegenseitig entlasten. Mit dem prognostizierten Wachstum der Gütermengen wird diese ergänzende Zusammenarbeit in Zukunft noch wichtiger.
Abbildung 18 zeigt illustrativ die Entwicklung der Staustunden auf den schweizerischen Nationalstrassen zwischen 2003 und 2011. Dabei wird das Wachstum der Staustunden deutlich48. Die Angebote im Schienenverkehr werden durch die Staus auf den Strassen zu einem noch entscheidenderen Faktor bei der Versorgungssicherheit und der Standortattraktivität der Schweiz. Damit die Güter in den Ballungsgebieten auf der Schiene und der Strasse effizient transportiert werden können, muss die Feinverteilung mit beiden Verkehrsträgern in die Regionen möglich sein.
48 Vgl. ASTRA Jahresbericht 2011, Verkehrsentwicklung und Verfügbarkeit der Nationalstrassen: „Die erneut festgestellte Zunahme der Stauereignisse kann eine direkte Folge zusätzlicher Verkehrsbehinderungen auf dem stark ausgelasteten Nationalstrassennetz sein. Sie kann aber auch auf die weiter verbesserte Erfassung der Stauereignisse zurückzuführen sein. Welcher dieser beiden Effekte massgebend ist, lässt sich erst mit Bestimmtheit eruieren, wenn Verkehrsbehinderungen auf den Nationalstrassen mit einer sehr hohen Zuverlässigkeit erfasst werden können. Dies ist heute nicht umfassend gewährleistet. Dessen ungeachtet weist die starke Zunahme der in den beiden letzten Jahren erfassten Staustunden dar-auf hin, dass das hoch ausgelastete Nationalstrassennetz zunehmend instabil wird. Bereits eine geringe weitere Verkehrszunahme während den Spitzenzeiten kann zu einer überproportional hohen Zunahme der Staustunden führen. Dies gilt insbesondere für die sehr stark ausgelastete Nationalstrasse im Grossraum Zürich.“