Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten

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Stauentwicklung auf dem gesamten Nationalstrassennetz

Stunden 2003-2011

20'000

18'000

16'000 Anderes 14'000

12'000 Baustellen

10'000

Unfälle 8'000

6'000

Überlastung 4'000

2'000

0

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 20102011

Abbildung 18: ASTRA Jahresbericht 2011 Verkehrsentwicklung und Verfügbarkeit der Nationalstrassen: Entwicklung der jährlichen Staustunden

Ein Schienengüterverkehrsangebot in der Fläche entlastet die Strasseninfrastrukturen und verbessert den Verkehrsfluss. Ohne den Schienengüterverkehr in der Fläche ergäben sich mindestens 3 Mio. zusätzliche Lastwagenfahrten pro Jahr. In der Folge würden sich Stauhäufigkeit und Staudauer zusätzlich erhöhen. Die erwarteten Zuwächse beim Güterverkehr würden die Problematik weiter steigender Verkehrsbelastungen auf der Strasse zusätzlich verschärfen.

Beitrag zur Versorgung von Berg- und anderen peripheren Regionen

In den Bergregionen gilt es die heutige Arbeitsteilung zwischen Strasse und Schiene zu erhalten. Insbesondere in diesen Regionen als Lebens- und Wirtschaftsraum garantieren die vorhandene Bahninfrastruktur und das auf ihr erbrachte Güterverkehrsangebot die Versorgung mit und den Abtransport von Gütern.

Mit Blick auf die zukünftige volkswirtschaftliche Entwicklung kann die Existenz eines Schienengüterverkehrsangebots auch in den Randregionen den Anreiz geben, dass Industriestandorte bestehen bleiben oder neue Gewerbebetriebe angelockt werden. Dies gilt speziell in den Marktsegmenten, für welche die Schiene die günstigsten transportlogistischen Leistungen anbietet.

Flankierung des Nachtfahrverbots

In der Schweiz existiert seit vielen Jahren das Nachtfahrverbot (vgl. Ziffer 1.1.2.3). Es schützt die Bevölkerung vor nächtlichem Strassenverkehrslärm besonders dort, wo Zufahrten zu Produktionsstätten durch oder nahe an Wohngebieten vorbeiführen. Dieses Nachtfahrverbot ist sowohl in der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft anerkannt und akzeptiert. Die verladende Wirtschaft hat ihre Produktions- und Logistikprozesse an das Fahrverbot angepasst.

Eine Vielzahl von Unternehmen der produzierenden Wirtschaft (z.B. metallverarbeitende oder chemische Industrie) und des Detailhandels sind auf Versorgungs- und Entsorgungsprozesse auch in der Nacht angewiesen. Angebote des Schienengüterverkehrs in der Fläche bieten so auch während der Nachtzeiten eine Alternative. Ohne sie müssten die Unternehmen zusätzlich in die Lagerhaltung für Vor- und