Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2014/33: Änderung des Zivilgesetzbuches (Erbrecht) · 89 Seiten

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Ergebnisbericht Vernehmlassung Erbrecht

Referenz/Aktenzeichen: COO.2180.109.7.211299 / 232.1/2016/00001

5.2 Einführung des Unterhaltsvermächtnisses

Die Vernehmlassungsteilnehmer, die zum vorgeschlagenen Unterhaltsvermächtnis Stellung genommen haben, sind geteilter Meinung.

6 Kantone121, 4 Parteien122, 10 Organisationen123 und 5 Privatpersonen124 heissen den Vorschlag gut oder eher gut.

10 Kantone125, 2 Parteien126, 20 Organisationen127 und 4 Privatpersonen128 stehen ihm ablehnend oder eher ablehnend gegenüber.

5.2.1 Im Allgemeinen

Argumente dafür

 Die Verbesserung des Schutzes für unverheiratete Partner trägt den gewandelten ge-

sellschaftlichen Realitäten Rechnung.129

 Der Vorschlag, für besonders heikle Konstellationen die Möglichkeit eines Unterhalts-

vermächtnisses zugunsten faktischer Lebenspartner zu schaffen, die bisweilen unter wesentlichen finanziellen Opfern (Verzicht auf Einkommen, Vorsorgelücken) erhebliche Leistungen im Interesse der verstorbenen Person erbracht haben und bei deren Tod bedürftig werden können, ist besonders interessant. Dieses Kernstück der Revision ist unverzichtbar.130

 Die Lösung des Unterhaltsvermächtnisses für faktische Lebenspartner und Stiefkinder

ist optimal, da der Anspruch vom Gericht geprüft und einzelfallgerecht festgelegt wird.131

 Es besteht ein gesellschaftspolitischer Handlungsbedarf für die Unterstützung der fakti-

schen Lebenspartner und der Stiefkinder, wenn die erblassende Person keine Vorkehrungen für den Todesfall getroffen hat und diese von ihr finanziell abhängig waren. Das Unterhaltsvermächtnis füllt diese Lücke und tritt an die Stelle des fehlenden Pflichtteils von faktischen Lebenspartnern und Stiefkindern.132

 Das neu geschaffene Institut des Unterhaltsvermächtnisses bietet den faktischen Le-

benspartnern und den Stiefkindern eine gewisse finanzielle Absicherung.133

 Der Eingriff in die Privatautonomie lässt sich mit der Verantwortung rechtfertigen, die die

Erblasserin oder der Erblasser für getroffene Lebensentscheide zu tragen hat.134

 Die Voraussetzungen für die Ausrichtung des Unterhaltsvermächtnisses sowie die Tat-

sache, dass ein Gericht angerufen werden muss, geben einen notwendigen, strengen rechtlichen Rahmen vor.135

121 GR (S. 2); JU (S. 1); SH (S. 2); TI (S. 2); UR (S. 1); VS (S. 2).

122 BDP (S. 1); CVP (S. 2); glp (S. 2); SP (S. 1).

123 EFS (S. 1); DJS (S. 5); FZ ZH (S. 2); JuCH (S. 4); Network (S. 2); Pink Cross (S. 1); SKF (S. 2); SGB (S. 2); SSR (S. 2); Unil (S. 4; 6).

124 Achermann (S. 2); Guth (S. 3); Marberger (S. 4); Sahin (S. 5); Unternährer (S. 4).

125 AR (S. 2); BS (S. 2); LU (S. 1); NE (S. 1); OW (S. 1); SG (S. 3); SO (S. 2); TG (S. 2); VD (S. 2); ZH (S. 2).

126 FDP (S. 2); SVP (S. 3).

127 AK BS (S. 9); bavaab (S. 2); CP (S. 1); EKFF (S. 2); NK BS (S. 2); NKF (S. 5); SBMV (S. 3); SBV (S. 2); SGV (S. 2); SKG (S. 3); SNV (S. 2); successio (S. 7); SVR (S. 1); swisNot (S. 3); Uni BE (S. 8); Uni BS (S. 6); Uni GE (S. 4); Uni ZH (S. 1); Uni NE (S. 4); VPAG (S. 2).

128 Baddeley (S. 7); Guinand (S. 2); Gysin (S. 4); Lauterbach (S. 3).

129 UR (S. 2).

130 TI (S. 2); glp (S. 2); EFS (S. 2); SGB (S. 1); SKF (S. 2).

131 BDP (S. 1); SGB (S. 2).

132 BS (S. 2); glp (S. 2).

133 GR (S. 3); EFS (S. 2).

134 glp (S. 2).

135 JU (S. 1).