Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2017/73: Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35 (AS 2030/35) · 95 Seiten
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AS 2030/35
Süd-Transitverkehr mit Italien wächst das Tonnenaufkommen gemäss Verkehrsperspektiven 2040 für Strasse und Schiene um 37 Prozent gegenüber 2010.
Abbildung 4: Leistung im Personen- und Güterverkehr bis 2040 (Quelle: Verkehrsperspektiven 2040 (ARE 2016))
2.1.4 Bedarfsanalyse
Um die nötigen Angebote und Infrastrukturen für den Ausbauschritt 2030/35 abzuleiten, ist eine Analyse des Bedarfs notwendig. Dieser ergibt sich aufgrund der heutigen Verkehrssituation, der Verkehrsprognosen für das gesamte Netz und für einzelne Korridore sowie der erwarteten Wirkung der bereits beschlossenen Ausbauten, insbesondere von ZEB, der HGV-Anschlüsse, der NEAT und des Ausbauschrittes 2025.
Bedarfsanalyse in mehreren Schritten
In einem ersten Schritt wurde der Referenzzustand für den Zeitraum 2030 definiert. In diesem Referenzfall sind die zu diesem Zeitpunkt mutmasslich verfügbaren Angebote und Infrastrukturen sowie die Belastungen des Schienennetzes und einzelner Strecken enthalten. Für den öffentlichen Verkehr ist die heute geplante Weiterentwicklung inklusive Ausbauschritt 2025 zu Grunde gelegt. Für den motorisierten Individualverkehr (MIV) dienen ebenfalls die heute geplanten Massnahmen, wie zum Beispiel das Programm zur Engpassbeseitigung (PEB 1), als Basis.
In einem zweiten Schritt hat das BAV die Nachfrage für den Zeitraum 2030 gemäss Verkehrsprognosen den im Referenzfall verfügbaren Kapazitäten gegenübergestellt. Dieser Vergleich zeigt, ob und auf welchen Teilen des Netzes und Strecken im Personenverkehr Überlastsituationen bestehen. Auch für den Güterverkehr lässt sich feststellen, ob und wo ein Mehrbedarf an Trassen resultiert, welcher die vorhandene Kapazität übersteigt.
In einem dritten Schritt lässt sich aufgrund dieser Daten der Bedarf nach zusätzlichen Angeboten im Ausbauschritt 2030/35 ableiten, um die Bedürfnisse der Nachfrage abzudecken und einen sicheren und zuverlässigen Betrieb der Infrastruktur zu gewährleisten.
Grundlagen der Bedarfsanalyse
In die Bedarfsanalyse fliessen verschiedene Grundlagen ein. Die angenommene Bevölkerungsentwicklung ergibt sich aus den nach Kantonen differenzierten Bevölkerungsszenarien des BFS. Zur Ermittlung der Verkehrsnachfrage im Personenverkehr wird das multimodale nationale Personenverkehrsmodell des UVEK verwendet. In den Netzen der SBB, BLS und SOB kommt zusätzlich das Verkehrsmodell der SBB zum Tragen; für die Netze der Privatbahnen kommen deren eigene Planungsgrundlagen sowie jene der Planungsregionen bzw. Kantone hinzu. Für den Güterverkehr wurde zusätzlich das Modell der SBB verwendet.