Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/92: Beiträge des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele «Sion 2026» · 51 Seiten

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Bei den Wettkampfstätten der Schneesportarten in Crans-Montana, Thyon/Veysonnaz, Leysin, Sion, Les Diablerets und Ulrichen/Goms sind temporäre Massnahmen („Overlay“) zur olympiatauglichen Ausgestaltung der Start- und Zielgelände und entlang der jeweiligen Wettkampfanlagen erforderlich. Diese Massnahmen werden nach der Austragung wieder rückgängig gemacht. Zum Teil sind bei den Wettkampfstätten auch permanente Massnahmen an den Infrastrukturen vorgesehen. Dies betrifft insbesondere Anpassungen bei bestehenden Pisten (Verlängerungen, Anpassung des Pistendesigns, Nivellierungsarbeiten oder die Errichtung von Beschneiungsanlagen). In der Gemeinde Crans-Montana steht zurzeit eine permanente Neugestaltung und Erweiterung der Anlagen im Zielbereich (Parkplätze, Tribünen, usw.) zur Diskussion. Diese Infrastrukturen könnten einerseits für Grossanlässe wie beispielsweise Weltcup-Skirennen oder die Alpinen Skiweltmeisterschaften (Kandidatur Crans-Montana für die Ski-WM 2025 ist lanciert), andererseits für die Durchführung der olympischen Wettkämpfe genutzt werden. In Ulrichen erfolgt die Planung der permanenten Anpassungen auf dem Wettkampfgelände in Abstimmung mit den bereits erfolgten bzw. den noch vorgesehenen Ausbauschritten des Nordischen Zentrums.

Für die Indoor-Disziplinen wird die in den Städten Bern, Biel, Fribourg, Lausanne und Visp bestehende oder unabhängig von der Durchführung von Winterspielen errichtete Halleninfrastruktur genutzt. An dieser sind keine wesentlichen Anpassungen im Hinblick auf die Durchführung von Winterspielen erforderlich.

Für das Skispringen und das Eisschnelllaufen sind zurzeit noch mehrere Optionen Gegenstand weiterer Abklärungen. Beim Skisprung könnte gegebenenfalls die bestehende Anlage in Engelberg genutzt werden, sofern eine temporäre Anlage in Kandersteg aus raumplanerischen, finanziellen oder anderen Gründen nicht realisiert werden kann. Für das Eisschnelllaufen bestehen neben der geplanten Vornutzung einer anschliessend industriellen Zwecken zugeführten Halle in Aigle ebenfalls mögliche Alternativen (z.B. Durchführung in Holland).

In St. Moritz wird die bestehende Bobbahn genutzt. Der permanente Ausbau der Start- und Zielgebäude ist vorgesehen, um zeitgemässe Rahmenbedingungen für Bob-, Skeleton- und Rennrodelwettkämpfe zu schaffen.

Für die sieben paralympischen Sportarten Ski alpin, Snowboard, Biathlon, Skilanglauf, Eishockey, Curling und Monobob wurden die gleichen Sportstätten gewählt, wie sie für die Olympischen Winterspiele vorgesehen sind. Die Auswahl der Standorte erfolgte in Zusammenarbeit mit Spezialisten von der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung sowie PluSport als Dachverband und Kompetenzzentrum des Schweizerischen Behindertensports. Einzelne Sportstätten müssen noch geringfügig angepasst werden, um die Barrierefreiheit generell und insbesondere im Hinblick auf die Paralympics gewährleisten zu können.

Die Planung der permanenten und temporären Infrastrukturen wurde zusammen mit Fachpersonen vor Ort und teilweise zusammen mit Vertretenden der internationalen Verbände erarbeitet. Es kann davon ausgegangen werden, dass die bestehenden oder angepassten Anlagen den Anforderungen des IOC genügen und von den zuständigen internationalen Sportverbänden homologiert werden können. Dies kann erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Für alle Sportstätten wurde eine detaillierte Risikoanalyse durchgeführt. Es bestehen an verschiedenen vorgesehenen Austragungsorten noch technische und planerische Risiken. Diese betreffen beispielsweise Verhandlungen mit der Eigentümerschaft über die Nutzung von Infrastrukturen und Grundstücken (z.B. Thyon/Veysonnaz, Kandersteg), mögliche zeitliche Engpässe aufgrund der notwendigen Bewilligungsverfahren zur Errichtung von permanenten oder temporären Infrastrukturen oder die zeitliche Abstimmung mit parallel stattfindenden Veranstaltungen (z.B. Eishockeymeisterschaft, Skiweltcuprennen).