Bericht KVV, KLV
Vernehmlassung 2020/64: Umsetzung KVG-Revision (Zulassung Leistungserbringer) - Änderung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) und weiterer Verordnungen · 11 Seiten
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Für die Zulassung muss ersichtlich sein, dass das für die Leistungserbringung notwendige Personal während der ganzen Dauer der Leistungserbringung in ausreichender Anzahl verfügbar und für die Leistungserbringung ausgebildet ist, damit die Qualität der Leistungserbringung sichergestellt werden kann. Beispielsweise muss das Personal für die vorgesehenen Behandlungen, allfälligen Medikamentenabgaben und -verabreichungen sowie allfällige, daraus erfolgende Notfälle eine entsprechende Qualifikation vorweisen. Insbesondere muss es eine Ausbildung in Hygiene vorweisen, wenn es im Rahmen von Eingriffen in der Praxis beigezogen wird. Die Einführung von internen Massnahmen zur Reduktion von behandlungsbedingten Infektionen ist häufig auch eine Frage der personellen Ressourcen. Diese Infektionen sind eine wichtige Gruppe5 der unerwünschten Ereignisse. Aus diesen Gründen müssen die an Eingriffen beteiligten Personen, die entsprechenden Aus- und Weiterbildungen absolviert haben. Personen, die Patientinnen und Patienten beraten (beispielsweise am Telefon bezüglich sofortiger oder späterer Behandlung etc.), müssen über eine entsprechende berufliche Ausbildung verfügen.
Art. 58g Bst. b
Nach Artikel 58g Absatz 1 Buchstabe b verfügen die Leistungserbringer über ein der Grösse des Leistungserbringers und der Komplexität der Leistungserbringung angepasstes Qualitätsmanagementsystem (QMS).
Das QMS soll der Gewährleistung und stetigen Verbesserung der Qualität und der Sicherheit der Leistungen sowie der Kontinuität der Versorgung dienen Zudem soll es den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten Rechnung tragen. Das QMS ermöglicht, dass der Handlungsbedarf in Bezug auf die Qualitätsziele ermittelt werden kann, dass datenbasierte Entscheidungen über Verbesserungsmassnahmen getroffen werden können und dass die Einhaltung und die Wirkung der Qualitätsmassnahmen bezüglich Zielerreichung periodisch überprüft werden können. Zudem ermöglicht es, dass die erhaltenen Ergebnisse (Best Practice) als aktualisierte / ergänzende Anforderungen der Qualität aufgenommen werden können. Das Ziel des Prozesses ist es, die Qualität zu verbessern und die Risiken zu verringern. Der Leistungserbringer legt seine Ziele fest und bestimmt seine Prozesse sowie die zur Erreichung der gewünschten Ergebnisse erforderlichen Ressourcen.
Art. 58g Bst. c
Nach Artikel 58g Absatz 1 Buchstabe c verfügen die Leistungserbringer über ein Konzept für eine Sicherheitskultur und insbesondere über ein geeignetes internes Berichts- und Lernsystem und den Anschluss an ein gesamtschweizerisch einheitliches Reporting-Netzwerk.
Beobachtungen stützen die Vermutung immer mehr, dass es einen Zusammenhang zwischen der Sicherheitskultur und Patientenergebnissen gibt. Sie lassen darauf schliessen, dass der Aufbau einer starken Sicherheitskultur eine wichtige Voraussetzung für Verbesserungen der Behandlungsqualität ist.3
Das Charakteristische an dieser Kultur ist das Bemühen, um eine konstante, datenbasierte Neubeurteilung der Praxis. Einige sprechen auch von einer Lernkultur und unterstreichen damit den Wert des Experimentierens und den Reiz des Erwerbs und Austauschs neuer Erkenntnisse.4 Es soll ein Klima des Vertrauens geschaffen werden, in dem alle Beteiligten unerwünschte Ereignisse, Fehler oder Risiken unbesorgt melden können. Dies im Wissen, dass es nicht darum geht Schuldige zu finden, sondern dass das System aus den Fehlern lernen, sich korrigieren und eine Wiederholung verhindern kann.
Aus diesen Gründen soll das Konzept für Sicherheitskultur aufzeigen, wie die Führungskräfte Werte, Haltungen und Verhaltensmuster für den Aufbau einer Vertrauenskultur lenken, in welcher dazu ermu-
3 Manser, Tanja. (2019). Safety culture in the context of Swiss healthcare, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten.
4 Bate, Paul, Mendel, Peter, & Robert, Glenn (2008) (S.280). Organising for quality. The improvement journeys of leading hospitals in Europe and the United States. Oxford: Radcliffe Publishing.