Bericht VVEA

Vernehmlassung 2021/12: Verordnungspaket Umwelt Frühling 2022 · 17 Seiten

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Verordnungspaket Umwelt Frühling 2022 Erläuternder Bericht Vernehmlassung VVEA

Dioxinbelastung im Deponiesickerwasser festgestellt. Dioxine sind bei den vorliegenden Verhältnissen auf dem Deponietyp D kaum mobil, sie können erst unter Einfluss von organischen Verbindungen mobilisiert werden, die allerdings auf dem Deponietyp D nicht zulässig sind.

Beim Prozess der sauren Filter- und Flugaschenwäsche (FLUWA) werden neben den Metallen auch lösliche Salze entfernt, so dass die Masse der sauer gewaschenen Asche um 20-50 Prozent geringer ist als diejenige der unbehandelten Filteraschen. Da die Dioxine unter den vorliegenden Prozessbedingungen nicht löslich sind, finden sie sich im massenmässig geringeren Stoffstrom der sauer gewaschenen Filteraschen in angereicherter Form wieder.

Aus diesen Gründen soll der Grenzwert für PCDD und PCDF in Rückständen aus der thermischen Behandlung von Abfällen, unter Berücksichtigung der Minimierung nach dem Stand der Technik, auf 3 g TEQ/kg angehoben werden. Er soll für alle Verbrennungsrückstände gelten, also nicht nur für die KVA-Rückstände, denn auch Abfälle wie Holzaschen können Dioxine/Furane enthalten. Der geltende Grenzwert für PCDD und PCDF von 1 g TEQ/kg ist aktuell unverhältnismässig tief.

Es gibt schon heute Bestrebungen, die Verbrennungsrückstände von den Dioxinen zu entfrachten. Verschiedene Forschungsprojekte des BAFU haben gezeigt, dass Dioxine in sauer gewaschenen Filteraschen zuverlässig thermisch zerstört werden können. Dies kann über zwei Wege, die Rückführung der gesamten sauer gewaschenen Asche in den Ofen der KVA («ReFire-Verfahren») oder die anteilige Rückführung eines zuvor abgetrennten Dioxin-Konzentrates («ExDiox-Verfahren»), erfolgen. In beiden Fällen werden die in KVA-Filterasche enthaltenen Dioxine auf Grund der hohen Temperaturen in den KVA-Öfen nachweislich thermisch zerstört. Es resultiert also keine Aufkonzentrierung der Dioxine in der resultierenden Schlacke. ReFire-analoge Verfahren wurden in den letzten 20 Jahren sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland mehrfach im Pilotmassstab getestet und erstmals 2010 an einer Anlage in Deutschland grosstechnisch umgesetzt. Das ExDiox-Verfahren wurde 2005 einmalig für zwei Wochen in der Schweiz pilotiert und seither nicht weiterverfolgt. Weitere Arbeiten dazu sind geplant, so dass zukünftig mit ExDiox und ReFire zwei Möglichkeiten zur Minimierung bzw. vollständigen Reduktion der zu deponierenden Dioxinfracht bestehen sollen. Bis ein Vergleich der beiden Verfahren und die Machbarkeit der grosstechnischen Umsetzung bei den FLUWA-Anlagen erwiesen ist, werden noch etwa 3 bis 5 Jahre vergehen.

11/17 054.10-00772/00002/00018/R114-1275