Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2022/79: Pa.Iv. Bei häuslicher Gewalt die Härtefallpraxis nach Artikel 50 AIG garantieren · 61 Seiten

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Interessierte Kreise

Die interessierten Kreise25 bemängeln an der aktuellen Rechtslage und Praxis, dass Be-

richte von Fachstellen wie etwa Gewaltschutzorganisationen, Psychologen und Sozialarbei-

tern, die sich auf das Thema Gewalt spezialisiert haben und medizinisch attestierte Befunde

der Gewaltfolgen von den Migrationsbehörden nicht immer als valide Indizien von Gewalt ak-

zeptiert werden würden oder ihre Aussagekraft angezweifelt werde. Auch die erfolgte Inan-

spruchnahme von Schutz und Unterstützung in Frauenhäusern und Gewaltschutzstellen, so-

wie als Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes anerkannt worden zu sein, genüge in vielen

Fällen nicht als Nachweis für das Erreichen der erforderlichen Intensitätsschwelle. Diese In-

kohärenz mit dem Opferhilfegesetz sei absurd: Einerseits finanziere der Staat Leistungen zur

Unterstützung der gewaltbetroffenen Opfer i.S.v. Art. 1 Opferhilfegesetz, andererseits reiche

diese Anerkennung nicht als Nachweis der erlebten Gewalt, um nach Art. 50 Abs. 2 AIG eine

Härtefallbewilligung zu erhalten. Viele interessierte Kreise erwähnen des Weiteren, dass die

betroffenen Personen aufgrund der sehr langen Rechtsmittelverfahren manchmal grosse

Schwierigkeiten hätten, einen Arbeitgeber zu finden, welcher bereit sei, sie einzustellen

und/oder einen Arbeitsplatz aufrechtzuerhalten, weil sie keine gültige Aufenthaltsbewilligung

haben. Zusammenfassend ist es für die genannten interessierten Akteure entscheidend, dass

die Anforderungen an die Erbringung von Hinweisen reduziert werden, die Inkohärenzen zur

Opferhilfegesetzgebung aufgehoben werden und das Erfordernis eines Mindestmasses an

«Intensität» der Gewalt aufgehoben werde. Nur in diesem Falle werde der Opferschutz wirk-

sam verbessert.

In Ergänzung zu der Schwierigkeit während dem Rechtsmittelverfahren einen Arbeitgeber zu

finden, merkt CMS de Sierre an, dass dies dazu führe, dass die Menschen Sozialhilfe bean-

tragen müssten.

Zahlreiche Akteure aus dem interessierten Kreis26 begrüssen, dass der Entwurf die ver-

schiedenen Hinweise für häusliche Gewalt aufzählt, die von den zuständigen Behörden be-

rücksichtigt werden müssen und dass diese Aufzählung nicht abschliessend sei.

SAH und SFH erachten diese Änderungen als notwendig, um die Beweislast für das Vorlie-

gen von häuslicher Gewalt, die beim Opfer liege, zu verringern. Dadurch solle das gesamte

Verfahren für das Opfer schneller und weniger belastend werden.

25Amnesty International, Anthrosocial, ARVD, Association découvrir, Association elisa-asile, Association La Virgule, Association Palabres,

Association Rainbow Spot, AsyLex, AvenirSocial, Beratungsstelle kokon, BIF, Brava, CAFF, CAPAS, Caritas Genève, Caritas, CCSI Fribourg, CCSI Genève, Centre Gauche-PCS VS romand, Centre LAVI Genève, cfd, CLAFG, CMS de Sierre, CSI, CSP, DAO, DécadréE, Dr. Hofner, eff-zett das fachzentrum, EFS, Feministisches Streikkollektiv Bern, F-Information, FIZ, Fondation L’Essenti’Elles, Fondation MalleyPrairie,

Fondation Surgir, Frauenberatung sexuelle Gewalt, Frauenhaus beider Basel, Frauenhaus Graubünden, Frauenhaus St. Gallen, Frauenhaus Winterthur, Frauenzentrale Aargau, Frauenzentrale Graubünden, Freiplatzaktion Zürich, FVGS, GT, HEKS, Herberge für Frauen – Frauenhaus Zug, humanrights.ch, IAMANEH Schweiz, IG Frau und Museum, Institut des études genre, InterAction Schweiz, JPV, Le Réseau femmes*, LSDH-GE, Maison de santé communautaire, MASM, Médecins du Monde, Mélissa Llorens, Netzwerk Istanbul Konvention, NGO-Koordination post Beijing Schweiz, Plate-Forme Eglises(s) et Migrants, Plateforme Traite, Queeramnesty Schweiz, SAH Tessin, SGCH, SIT, SKF, Solidarité femmes Biel/Bienne & Region, Solidarité sans frontières, SP Migrant:innen, SRK, Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern, SVF-ADF, TGNS, unine, Unterschlupf, VIOLENCE QUE FAIRE, Vogay // ähnlich auch: FT/MT, SBAA

26AJP, Amnesty International, Anthrosocial, ARVD, Association découvrir, Association elisa-asile, Association La Virgule, Association Palabres, Association Rainbow Spot, AsyLex, AvenirSocial, Beratungsstelle kokon, BIF, Brava, CAFF, CAPAS, Caritas Genève, Caritas, CCSI Fribourg, CCSI Genève, Centre Gauche-PCS VS romand, Centre LAVI Genève, cfd, CLAFG, CMS de Sierre, CSI, CSP, DAO, DécadréE, DJS, Dr.

Hofner, eff-zett das fachzentrum, EFS, EKF, Feministisches Streikkollektiv Bern, F-Information, FIZ, Fondation L’Essenti’Elles, Fondation MalleyPrairie, Fondation Surgir, Frauenberatung sexuelle Gewalt, Frauenhaus beider Basel, Frauenhaus Graubünden, Frauenhaus St. Gallen, Frauenhaus Winterthur, Frauen-Nottelefon, Frauenzentrale Aargau, Frauenzentrale Graubünden, Freiplatzaktion Zürich, FVGS, GT,

HEKS, Herberge für Frauen – Frauenhaus Zug, humanrights.ch, IAMANEH Schweiz, IG Frau und Museum, Institut des études genre, InterAction Schweiz, JPV, Juristinnen Schweiz, Le Réseau femmes*, LSDH-GE, Maison de santé communautaire, MASM, Médecins du Monde,

Mélissa Llorens, Netzwerk Istanbul Konvention, NGO-Koordination post Beijing Schweiz, Plate-Forme Eglises(s) et Migrants, Plateforme Traite, Queeramnesty Schweiz, SAH Tessin, SAH, SBAA, SFH, SGCH, SIT, SKF, Solidarité femmes Biel/Bienne & Region, Solidarité sans frontières, SP Migrant:innen, SRK, Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern, SVF-ADF, TGNS, unine, Unterschlupf, VIOLENCE QUE FAIRE, Vogay