Erläuternder Bericht - ChemRRV (Industriechemikalien)

Vernehmlassung 2025/123: Verordnungspaket Umwelt Herbst 2026 · 44 Seiten

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Verbraucherinnen und Verbrauchern gegenüber PFAS führen. Andererseits werden solche Erzeugnisse oft als kompostierbar angepriesen. Über Kompost können PFAS aus solchen Erzeugnissen somit zu Einträgen in landwirtschaftlich genutzte Böden führen und dadurch auch in Lebensmittel gelangen. Zudem kann durch das Vorhandensein von PFAS ein Recycling von Verpackungen verunmöglicht werden, was einer Kreislaufwirtschaft zuwiderläuft. Nach Schätzungen für den EWR macht die Verwendung in Lebensmittelkontaktmaterialien mit rund 11 Prozent (Vorläuferverbindungen von Perfluoralkylsäuren) bzw. 6 Prozent (polymere PFAS) einen nicht zu vernachlässigenden Anteil der Gesamtmenge der PFAS aus.38

Die vorgesehene Beschränkung zielt insbesondere auf Erzeugnisse auf Zellulosefaser-Basis ab, wie sie beispielweise aus Papier, Karton, Holz, Zuckerrohr (Bagasse) oder Bambus39 hergestellt werden. In all diesen Erzeugnissen können PFAS als chemische Barriere gegen Feuchtigkeit, Fette und Öle verwendet werden. Eine Publikation der OECD40 zeigt auf, dass für diese Erzeugnisse Alternativen existieren, welche die verpackten Lebensmittel nur marginal verteuern. Zwischen 2018 und 2024 haben auch elf US-Bundesstaaten sowie Dänemark Verbote von PFAS in Lebensmittelverpackungen auf Papier- und Pflanzenbasis oder in allen Lebensmittelverpackungen beschlossen41,42.

Laut Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) dürfen Lebensmittelverpackungen in der EU ab dem 12. August 2026 nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie PFAS oberhalb von bestimmten Massengehalten enthalten. Auch Einwegartikel gelten nach der PPWR als Verpackungen, wenn sie eine Verpackungsfunktion erfüllen und in der Verkaufsstelle befüllt verkauft oder für die Befüllung in der Verkaufsstelle vorgesehen und ausgelegt sind. Hingegen gelten laut PPWR z. B. in einem Supermarkt oder Online-Shop verkaufte Einwegteller und -tassen, die nicht in der Verkaufsstelle befüllt werden, sowie Einwegbestecke, Rührstäbchen, Backpapier oder leer verkaufte Kuchenunterlagen nicht als Verpackungen (Abbildung 1).

38 BAuA, RIVM, KEMI, Norwegian Environment Agency und Danish Environmental Protection Agency: Background Document to the Opinion on the Annex XV dossier proposing restrictions on Per- and polyfluoroalkyl substances (PFASs), 2025, https://echa.europa.eu/registry-of-restrictionintentions/-/dislist/details/0b0236e18663449b.

39 Assessment of poly- and perfluoroalkyl substances (PFAS) in commercially available drinking straws using targeted and suspect screening approaches. Food Additives & Contaminants: Part A, 40(9), pp. 1230–1241.

40 PFASs and Alternatives in Food Packaging (Paper and Paperboard) Report on the Commercial Availability and Current Uses, OECD Series on Risk Management, No. 58, Environment, Health and Safety, Environment Directorate, OECD.

41 Per- and Polyfluoroalkyl Substances in Food Packaging: Migration, Toxicity, and Management Strategies. Environmental Science & Technology 2024 58 (13), pp. 5670–5684.

42 Denmark – Danish Order on food contact materials and on provisions for penalties for breaches of related EU legislations. 2020 https://en.foedevarestyrelsen.dk/Media/638204383156890144/Danish%20Order%20No%20681%20of%2025%20May%202020%20on%20Foo d%20Contact%20Materials.pdf