Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/28: Teilrevision Postgesetz (PG) und Teilrevision Postorganisationsgesetz (POG) · 50 Seiten
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Grundversorgung bleibt jedoch stets gewahrt, beispielsweise durch den Hausservice. Bei der Ausgestaltung des Zugangs müssen zudem lokale und regionale Aspekte be- rücksichtigt werden. Mit den national einheitlichen und strengen Qualitätsvorgaben im Paketbereich wird die Attraktivität der Randregionen als Wirtschafts- und Lebensräume gewahrt.
5.3 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft
Die postalische Grundversorgung ist in der Schweiz im internationalen Vergleich um- fassend und qualitativ hochstehend. Der stetige Rückgang der Nachfrage nach gewis- sen Dienstleistungen der Grundversorgung (Briefmenge, Schaltergeschäfte, physische Zeitungen) belegt deren abnehmende Relevanz für Bevölkerung und Unternehmen. Die Bereitstellung dieser Dienstleistungen erfordert Arbeit und Kapital. Der Einsatz die- ser knappen Ressourcen für immer weniger nachgefragte Dienstleistungen steht zu- nehmend in einem Missverhältnis zum gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Eine Moderni- sierung der Grundversorgung ermöglicht eine Verwendung der Ressourcen für produk- tivere Zwecke und in der Folge eine Steigerung der volkswirtschaftlichen Effizienz.
5.4 Auswirkungen auf die Gesellschaft
Die Auswirkungen auf die Gesellschaft sind gering. Die Schritte zur Modernisierung der Grundversorgung erfolgen im Einklang mit der Entwicklung der Nachfrage. Für Men- schen mit einem erschwerten Zugang zur digitalen Welt bleibt ein leicht reduziertes, aber zuverlässiges physisches Angebot durch die Grundversorgung jederzeit gewähr- leistet. Das hybride Zustellsystem bietet blinden und sehbehinderten Personen Vorteile gegenüber physischen Briefen. Digitale Inhalte können mit geringem Aufwand in akus- tische oder taktile Signale umgewandelt werden. Die Plattform der Post bietet zudem Personen mit weniger ausgeprägten digitalen Kompetenzen einen niederschwelligen Zugang zu einer elektronischen Kommunikationsmöglichkeit.
5.5 Auswirkungen auf die Umwelt
Das Vorhaben wirkt sich insgesamt positiv auf die Umwelt aus. Durch kürzere Zustell- zeiten für Briefe und Pakete könnten sowohl die Anzahl der Fahrten als auch die zu- rückgelegten Distanzen für den Transport und die Zustellung von Postsendungen ver- ringert werden. Die Zustellung von Postsendungen in Briefkastenanlagen am Wohnort würde den sicheren Empfang der Sendungen gewährleisten und gleichzeitig die Be- lastungen in Wohngebieten sowie die Fahrtzeiten der Postdienstanbieterinnen redu- zieren. Der wachsende Onlinehandel führt zu einer Zunahme des Lieferverkehrs und zu einer starken Belastung des Strassenverkehrs. Die damit verbundenen Herausfor- derungen wie Mehrverkehr durch wiederholte Zustellversuche, Behinderungen durch abgestellte Fahrzeuge könnten mit den Zustellanlagen am Domizil wirkungsvoll redu- ziert werden. Mit der Aufhebung der Pflicht zur Bereitstellung einer bestimmten Anzahl öffentlicher Briefeinwürfe liessen sich die Zustelltouren der Briefträgerinnen und Brief- träger effizienter planen, wodurch sich auch die für die Leerung zurückgelegten Distan- zen verkürzen würden. Die Aufnahme des hybriden Zustellsystems mit dem digitalen