Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten
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gedämpften Nachfrage in gewissen Segmenten. Weiter weisen Modellrechnungen darauf hin, dass in den Jahren 2021–2023 in rund 30 Prozent der Untersuchungsregionen die Raufutterproduktion nicht dem Bedarf der Wiederkäuer entsprach. Das Ziel, diesen Anteil auf 23 Prozent zu senken, wird voraussichtlich nicht erreicht. Weiter ist zu erwarten, dass ein nachhaltiger Schutz der Kulturen für viele Produktionssysteme weiterhin eine Herausforderung bleiben wird. Dies äussert sich u.a. in der Flächenentwicklung von resistenten Sorten oder der zunehmenden Anzahl Schadorganismen, die nicht ausreichend bekämpft werden können, um die betroffenen Kulturpflanzen zu schützen. Diese Lückenindikationen haben zwischen 2022/24 bis 2025 um rund 15 Prozent zugenommen und werden das Ziel 2030 voraussichtlich verfehlen.
b.) Reduktion des ökologischen Fussabdrucks von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum Konsum
Der ökologische Fussabdruck konnte produktionsseitig in einzelnen Bereichen reduziert werden. So konnten beispielsweise die Risiken von Pflanzenschutzmittel in den letzten Jahren gesenkt werden. Es ist davon auszugehen, dass eine Halbierung bis 2027 gegenüber 2014/17 in den Kompartimenten «Naturnahe Lebensräume» und «Grundwasser» erreicht werden kann. Um die angestrebte Risikoreduktion im Kompartiment «Oberflächengewässer» zu erreichen, müssen die bereits geplanten Massnahmen vollumfänglich umgesetzt werden. Auch die Phosphorverluste konnten in den letzten Jahren reduziert und die Phosphor-Effizienz verbessert werden. Das Absenkpfadziel von -20 Prozent bis 2030 gegenüber 2017/16 sollte erreicht werden können. Es ist jedoch zu beachten, dass die Phosphorvorräte in den Böden teilweise sehr hoch sind und damit die Gewässer weiterhin durch Phosphor-Abschwemmung gefährdet sind. Entscheidend sind zudem die Umsetzung des technologischen Fortschritts und der bereits beschlossenen agrarpolitischen Massnahmen wie die Streichung des 10%-Fehlerbereichs in der Suisse Bilanz.
Demgegenüber zeigen die Entwicklungen in den Bereichen der Treibhausgasemissionen, Stickstoffverluste und der Biodiversitätsqualität nicht in die gewünschte Richtung; die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft konnten nicht gesenkt werden und bewegen sich im Mittel der letzten Jahre um 7,8 Mio. t CO2 (Abbildung 3). Die Stickstoffverluste werden bis 2030 nicht auf das angestrebte Niveau reduziert werden können und das Ziel bis 2030 voraussichtlich um rund 3000 t N verfehlen, während die Qualität der Biodiversität auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche bis 2030 nicht das angestrebte Niveau erreichen wird. Die konsumseitigen Treibhausgasemissionen konnten in den vergangenen Jahren reduziert werden, aber aus Sicht der Fachpersonen ist eine Reduktion auf 1.6 t CO2eq/Jahr/Kopf bis 2030 nur mit mittlerer Wahrscheinlichkeit erreichbar. Das Konsumverhalten entspricht beim Milchkonsum der empfohlenen Menge gemäss den Ernährungsempfehlungen. Hingegen weisen die Produktegruppen Zucker und Fleisch grosse Ziellücken auf und die Ziele werden bis 2030 nur mit geringer Wahrscheinlichkeit erreicht werden.