Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten
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Die erwartete Entwicklung bis 2030 wurde in mehreren Schritten ermittelt. Ausgehend von einer statistischen Trendanalyse haben Fachpersonen der Bundesverwaltung unter Berücksichtigung der bisherigen Schritte zur Erreichung der langfristigen Ziele (vgl. Ziff. 1.5) eine finale Bewertung vorgenommen. Ein separater Bericht erläutert das methodische Vorgehen und die Ergebnisse im Detail14.
Aus heutiger Sicht sind sowohl positive wie auch negative Entwicklungen bis 2030 zu erwarten. Die Resultate der Zwischenbilanz werden im Folgenden gegliedert nach den vier Aspekten gemäss Motion 22.4251 WAK-S zusammengefasst.
a.) Sicherstellung der Ernährungssicherheit
Der Netto-Selbstversorgungsgrad zeigte in den vergangenen Jahren einen rückläufigen Trend (Abbildung 2, schwarze Punkte). Die erwartete Entwicklung (blaue Punkte) deutet darauf hin, dass der angestrebte Anteil der Inlandproduktion am Gesamtverbrauch bis 2030 nicht den Zielbereich für das Jahr 2030 (gelb) erreichen wird. Der Bereich der erwarteten Entwicklung ist mit dem blauen Schattenkegel dargestellt: je grösser der Schattenkegel, desto unsicherer ist die erwartete Entwicklung.
Abbildung 2 Prognose der Indikatoren «Selbstversorgungsgrad Kalorien» und «Selbstversor-
gungsgrad Proteine»
Mit einem durchschnittlichen Rückgang von knapp 1000 ha pro Jahr zeigt sich auch bei der landwirtschaftlichen Nutzfläche als wichtigem Produktionsfaktor eine negative Entwicklung. Insbesondere die Ackerfläche hat aufgrund des Wachstums von Siedlungsflächen und Infrastrukturen in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich nicht verändern und das Ziel, das Niveau von 2022 zu halten, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden. Die Nutzung der Ackerfläche für den Anbau von Kulturen zur direkten menschlichen Ernährung zeigte in den drei Erhebungsjahren ein praktisch konstantes Niveau und wird die angestrebte Zunahme um acht Prozentpunkte gegenüber 2021 bis 2030 kaum erreichen. Auch die Abhängigkeit von importierten Produktionsmitteln, gemessen am Produktionswert, ist ein bedeutender Faktor für die Ernährungssicherheit. Dieser Anteil der importierten Produktionsmittel hat in den letzten Jahren um 9 Prozent geschwankt. Es wird nicht erwartet, dass sich diese Abhängigkeit bis 2030 entschärfen wird. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden in den letzten Jahren vermehrt in gesamtbetrieblichen Produktionsansätzen wie Bio oder IP Suisse bewirtschaftet, wobei dieser Trend etwas abgeflacht ist. Die quantitative Prognose geht davon aus, dass das angestrebte Wachstum von drei Prozentpunkten mit grosser Wahrscheinlichkeit erreicht werden kann. Die Fachleute rechnen jedoch eher mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit aufgrund der
14 BLW (2026), Grundlagenbericht zur Zwischenbilanz, Bern.