Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 30Fedlex · Erläuternder Bericht
Abbildung 3 Prognose des Indikators «Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft». c.) Verbesserung von wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven
Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung ist in den letzten Jahren auf sektoraler Ebene angestiegen und wird das Zielniveau 2030 voraussichtlich erreichen. Auch der Exportwert von unverarbeiteten oder verarbeiteten Lebensmitteln der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft wird das Niveau von 2019/20 mit grosser Wahrscheinlichkeit halten können. Auf Ebene der Landwirtschaftsbetriebe konnte der Arbeitsverdienst seit 2019/21 gesteigert werden. Der Vergleich des 3. Quartils (Median der besserverdienenden Hälfte) mit dem Median des Vergleichslohns zeigt, dass die formulierten Ziele in der Tal- und Hügelregion erreicht werden können. In der Bergregion ist die Einkommenssituation hingegen schwieriger; der Arbeitsverdienst wird bis 2030 das angestrebte Niveau mit mittlerer Wahrscheinlichkeit nicht erreichen (Abbildung 4). Bei einem Median-Median-Vergleich würden die Einkommensziele in der Hügel- und Bergregion bis 2030 nur mit geringer Wahrscheinlichkeit erreicht. Das fachliche Know-How, als einkommensunterstützende Ressource, wird anhand des Anteils der Betriebsleitenden mit weiterführender landwirtschaftlicher Ausbildung gemessen. In den Erhebungen konnte seit 2020 keine Zunahme dieses Anteils festgestellt werden und blieb in den letzten Jahren konstant bei rund 21 Prozent. Der Anstieg der Arbeitsproduktivität der vergangenen Jahre wird sich wahrscheinlich fortsetzen aber wohl nicht ganz in dem Ausmass, um das Zielniveau 2030 erreichen zu können.
Die soziale Perspektive in der Landwirtschaft wird mithilfe eines Lebensqualitäts-Indexes gemessen, der mehrere Lebensbereiche berücksichtigt. Gemäss dieser Erhebung ist die Entwicklung der Lebensqualität in der Landwirtschaft zwar positiv. Der Anstieg im Vergleich zur Referenzbevölkerung ist aber weiterhin tiefer. Die Differenz zwischen den beiden Vergleichsgruppen wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht wie gewünscht verkleinern.