Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten
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Schweizer Ernährungsstrategie
In der Schweiz sind nichtübertragbare Krankheiten (NCD) eine zentrale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit und das Gesundheitssystem. Ihre Entstehung ist eng mit individuellen Lebensgewohnheiten verknüpft, insbesondere mit Ernährung und Bewegung. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung leistet aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Gesundheit, sondern auch zur Reduktion des ökologischen Fussabdrucks der Ernährung. Die Schweizer Ernährungsstrategie 2025- 2032 verfolgt sechs Ziele zur Förderung einer ausgewogenen und nachhaltigen Ernährung:
1. Förderung einer ausgewogenen und gesunden Ernährung mit einer bedarfsdeckenden Nährstoff-
zufuhr
2. Stärkung der Ernährungskompetenz der Bevölkerung
3. Stärkung der pflanzenbasierten Ernährung
4. Einbindung der Lebensmittelwirtschaft
5. Stärkung einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Ernährungsumgebung
6. Reduktion der Lebensmittelverschwendung
Im Aktionsplan 2025–2028 konkretisiert das BLV die Massnahmen zur Umsetzung der Schweizer Ernährungsstrategie in vier Handlungsfeldern (Information und Bildung, Rahmenbedingungen, Koordination und Kooperation, Monitoring und Forschung.
Im Jahr 2024 wurden bereits die Ernährungsempfehlungen überarbeitet. Für deren Erarbeitung wurden zum ersten Mal Daten zu Umweltaspekten beigezogen, indem die Ökobilanz (Umweltbelastungspunkte) von Lebensmitteln berechnet wurde.
Tiergesundheitsstrategie 2022+
Als Weiterentwicklung der Tiergesundheitsstrategie 2010+ hat das BLV zusammen mit den Kantonstierärztinnen und -tierärzten die Tiergesundheitsstrategie 2022+ erarbeitet. Das Ziel, die Gesundheit der Tiere zu stärken, ist geblieben – zugunsten des Tierwohls, dem Schutz des Menschen vor Krankheiten wie Zoonosen und der nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln. Der Fokus der neuen Strategie wurde auf folgende Schwerpunkte gelegt: die Prävention, die Krisenvorsorge und die konsequente Bekämpfung auftretender Tierseuchen sowie die internationale Zusammenarbeit und enge Verbindung mit der Wissenschaft. Die Umsetzung der Strategie verläuft verstärkt im One Health-Ansatz und bezieht die verschiedenen Akteure und Organisationen mit ein. Der aktive Einbezug aller Beteiligten soll dazu beitragen, die Tiergesundheit langfristig erhalten und stärken zu können.
Strategie Antibiotikaresistenzen
Mit dem Motto «Nutzen wir sie richtig, es ist wichtig» setzt sich die Strategie Antibiotikaresistenzen für einen verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika ein. Im Sinne des One Health-Ansatzes wurde die Strategie Antibiotikaresistenzen von den vier Bundesämtern BAG, BLV, BLW und BAFU entworfen und 2015 vom Bundesrat verabschiedet. Mit dem Ziel, die Entstehung neuer Resistenzen zu verhindern und deren Übertragung und Verbreitung einzuschränken, wurden acht Handlungsfelder und Zielsetzungen festgelegt. Die letzten Jahre dienten der Umsetzung von Massnahmen, die u.a. zu einer Senkung des Antibiotikaverbrauchs in der Schweiz geführt haben.
Global gesehen ist die Entwicklung der Antibiotikaresistenzen jedoch noch immer besorgniserregend und wird auch als die stille Pandemie bezeichnet. Mit dem One Health-Aktionsplan StAR 2024–2027, der Mitte 2024 vom Bundesrat verabschiedet wurde, intensiviert der Bundesrat deswegen die bereichsübergreifenden Aktivitäten nochmals. Für die Aktivitäten wurden konkrete Ziele und Meilensteine festgelegt und sechs Handlungsschwerpunkte formuliert.
Kennzeichnungsbestimmungen für Lebensmittel tierischer Herkunft, die mit schmerzverursachenden Herstellungsmethoden ohne Schmerzausschaltung produziert worden sind.
Gestützt auf die vom Parlament überwiesene Motion 20.4267 WBK-S hat der Bundesrat mit einer Änderung der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV)13 per 1. Juli 2025 mit einer
13 SR 817.02